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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 238 -
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238 jetzt leider verheerten Sümeger Weingärten. Einer von diesen gehörte einst Alexander Kisfalndy, dessen Wohnhaus darin noch jetzt besteht. Dieser Dichter, dessen Liebesgedichte und heroische Erzählungen aus dem Leben der Adeligen von einst noch jetzt einen unwiderstehlichen Zauber ausüben, führt die Seele gar lockend durch vergangene Jahr- hunderte voll lieber Erinnerungen, seine Dichtung vergoldet alle Herrlichkeiten des Plattensee's und Bakouys, die Burgruinen in Zala und Beßprem werden dem Geiste wieder lebendig und längst ausgestorbene Ahnengeschlechter erwachen zu neuen Kämpfen der Waffen und des Herzens. Kisfaludy ist ein Sprößling des Geschlechtes Csak, das an der Eroberung des Vaterlandes theilgenommen, er ist Mitglied einer großen und vornehmen Familie, die während des XV. und XVI. Jahrhunderts in vier Comitaten begütert war. Die Pietät der Nation hat ihm ein Denkmal errichtet. Am Fuße des Burgberges steht der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erbaute bischöfliche Palast, der keine ständigen Bewohner hat. Hier befindet sich die einst werth- volle Bibliothek Martin Birö's und das mehrere Jahrhunderte umspannende Archiv der bischöflichen Herrschaften. Die Stadt besitzt treffliche Mittelschulen und hübsche öffentliche Gebäude. In einer ihrer Gassen steht das adelige Haus Alexander Kisfaludy's, eiufach und bequem, mit seinem Gärtchen und den alten Bäumen darin, ganz so wie es vor einem halben Jahrhundert war, als der Dichter darin für immer die Augen schloß. Bon Sümeg südwärts gelangt man durch ein schönes, breites Thal alsbald zu der Csärda und dem Meierhof von Hidegkut, über denen sich im Osten die Ruinen der Burg Tätika erheben. Diese bestand einst aus mehreren Haupt- und Nebengebäuden und gehört zu den bedeutenderen Höhenburgen des Mittelalters. Sie wurde, obgleich sie in den letzten Kurutzenkämpsen keine Rolle gespielt hatte, gleichzeitig mit Esobanez und Sümeg im Jahre 1713 geschleift. Nach dem Aussterben der Familie Tätika war sie im Jahre 1400 von König Sigismund dem Sohne Pethö (Peter) Gersei's, Johann, geschenkt worden und dann 360 Jahre hindurch bis zum Erlöschen dieses Geschlechtes in deren Besitze verblieben, woraus sie an den Keßthelyer Zweig der Festetits überging. Die Geschicke der Burg Rezi sind, wenigstens seit dem XIV. Jahrhundert, ähnlich wie die von Tätika. Auch ihre Herreu sind die nämlichen. Sie ist wie Tätika eine mittel- alterliche Felsenburg, allerdings eine weit kleinere. Ihre morschen Trümmer erheben sich südlich vou Tätika an der Nordseite des Dorfes Rezi, auf der hohen Kuppe eines dicht bewaldeten Berges. In den Sagendichtungen Kisfaludy's hat auch sie ihre Stelle. Westlich von Rezi fließt geradeaus gegen Süden der Gyöngyös-Bach, der im Moorlande am Fuße von Tätika entspringt und sich bei Bindornyasok mit dem bei Kis -Görbö entspringenden Görbö-Bach und dem Bindornya-Kanal vereinigt. Bei Keszthely nimmt er das Warmwasser des Heviz-Kanals auf und fließt im Bette
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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