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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 239 -
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239 des unter diesem Namen angelegten Kanals durch die Feneker Weide in den kleinen Plattensee ab. Der kleine Plattensee (Kis-Balaton) ist ein Fortsatz des Plattensee's und hängt südlich von Keszthely auf eine Entfernung von sieben Kilometer durch die Feneker Enge mit dem Plattensee zusammen. Seine größte Länge beträgt etwa sechs, seine größte Breite etwa vier Kilometer. Er enthält ungeheure Strecken von Röhricht, in denen zahlloses Wassergeflügel haust, während sein Gewässer von einem beispiellosen Reichthum an Sumpffischen wimmelt. In seiner Mitte gibt es auch einige Erhebungen, die bei niederem Wasserstande eine Insel bilden. Die Ufer sind ringsum schilfiges, gestrüppbedecktes, mooriges Sumpfland und saure Wiesen. Drei Kilometer vom See liegt Za lavär , im Thale des Zala-Flüßchens und des Plattensee's auf einer durchfeuchteten Ebene, welche durch die Haine des Zala-Flüßchens und des Plattensee's gebildet wird. Zwischen diesen beiden Hainen lagert sich ein schmaler, kaum 1'/? Kilometer breiter uud kaum 10 bis 12 Meter über die Fläche des Plattensee's erhobener Rücken, der einst nach West, Ost und Süd von undurchdringlichem Sumpf umgeben war. Einst trug er auch eine Burg, von der jedoch keine Spur mehr zu finden ist. Zalavär ist in vieler Hinsicht der wichtigste und interessanteste Punkt des Eomitats. Es hat diesem den Namen gegeben und ist die älteste christliche Gründung im Comitat. Gegen das Jahr 840 oder 850 entstand in dieser Gegend, durch den slavischen Herzog Privina und dessen Sohn Koczel organisirt, ein Herzogthnm, das eine gewisse Unabhängigkeit genoß. Die Residenz Privina's war Mosaburk, das ist Zalavär. In Mosabnrk bestand schon um 850 eine Kirche des heiligen Adrianns. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß sie schon dnrch Karl des Großen Sohn Pipin oder um das Jahr 800 durch die Salzburger Kathedralkirche gegründet wurde. Stesau der Heilige nimmt im Jahre 1019 ihre Neugründung vor und stiftct, abermals zu Ehren des heiligen Adrianns, eine mit reichen Schenkungen ausgestattete Benediktinerabtei. Auch Ladislans der Heilige wendet ihr seine Fürsorge zu, sie besitzt seit 1250 ein Landesarchiv und war als beglaubigter Ort thätig. Etwa 200 Jahre lang blieb sie von schweren Schicksalen verschont, hatte aber um 1440 viel von den steirifchen Abenteurern zu leiden, die oft über die Grenze brachen und ihre Güter verheerten. Sicherheit gegen diese fand sie endlich durch Ladislaus Nädasdy, Großvater des späteren Palatins, der die Raubritter gransam züchtigte und zersprengte. Im Jahre 1568, nach dem Falle Szigethvars, wird die Abtei durch die Türken verheert, doch gelingt es beizeiten, das Archiv nebst dem von Kapornak nach dem Kapitelort Eisen- burg (Vasvär) zu retten. Als im Jahre 1600 Kanizsa verloren ging, war vorderhand gar nicht an die Aufrechterhaltung der Abtei zu denken, der Reichstag von 1601 und seine Nachfolger verfügten also die Befestigung des Platzes. Der Reichstag des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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