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Jahres 1625 betrachtete ihn sogar als einen Kanizsa gegenüber besonders wichtigen
Wachtposten, zu dessen Befestigung er königliche Festungsbaumeister beorderte; die
Kriegsrobot von Somogy, Zala, Veßprem und anderen Comitaten wurde gleichfalls
hieher dirigirt, ja der Reichstag entsandte zur Beaufsichtigung der Befestigungsarbeiten
eine Laudeskommission. Nach Vertreibung der Türken und Beendigung der Bürger-
kriege gab Karl III. im Jahre 1715 Zalavär nebst einigen alten Besitzungen desselben
den Benediktinern zurück, vereinigte jedoch die Abtei mit der von Göttweig, der sie nun
untergeordnet blieb. Diese ließ Kloster und Kirche in möglichst einfacher und sparsamer
Weise wieder aufbauen, aber nicht mehr in dem sumpfigen Zalavär, sondern zwar im
Zala-Thale, jedoch etwa neun Kilometer weiter oben in Zala-Apät i , wo erst das
Kloster, dann (1774 bis 1775) die Kirche gebaut wurde. Der Konvent, dessen Wieder-
errichtung als beglaubigter Ort schon durch den Reichstag von 1598 verfügt worden
war, begann seine Thätigkeit eigentlich erst 1758 wieder, da sein Archiv erst um diese
Zeit von Eisenburg nach Zala-Apäti zurückgebracht wurde. Der Reichstag vom Jahre
1802 verfügte die Unabhängigkeit der Abtei von der ausländischen Erzabtei Göttweig
und wollte sie als selbständige vaterländische Abtei sehen, doch gelangte dies erst nach
71 Jahren (1873) znr Ausführung. Seitdem ist zwischen ihr und Göttweig jede Ver-
bindung abgebrochen.
Csa tä r war einst gleichfalls eine Benediktinerabtei, die um 1137 durch den Gespan
Martin uud dessen Frau Magdaleua zu Ehren des heiligen Petrus gestiftet wurde. Es
liegt südlich von Zala-Egerszeg nahe der Egerszeger Bahnlinie, zwischen den Bergen der
einst reich bewaldeten Gegend.
Die Puszta Hidveg, südlich von Zalavär an dei Keszthely-Kanizsaer Straße, liegt
etwa vier Kilometer vom kleinen Plattensee und gehört zu Zalavär. Ihr einst sumpfiges
und auch jetzt noch durchfeuchtetes Gebiet überragt den Hochwasserstand des Plattensee's
nur um wenige Meter. Die Niederlassung ist alt, da das Zala-Flüßcheu hier am leichtesten
zu überbrücken war; auch bestand hier seit Urzeiten eine Brücke und diese hat dem Orte
seinen Namen gegeben (Hidveg — Brückenende). Nach dem Falle Kanizsa's wurde es
wichtig, den Brückenkopf zu befestigen und hier ein Fort zu erbauen, um den Türken in
Kanizsa die Raubzüge jenseits des Plattensee's zu erschweren. Die Errichtung des Werkes
wurde durch den Reichstag des Jahres 1659 verfügt. Wall und Graben sind verschwunden
und dichter Graswuchs deckt ihre Stelle.
In nächster Nähe bei Zala-Apäti liegt gegen Norden am Fuße eines niedrigen
Waldgebirges Szen t -Györgyvär (St. Georg). Seine kleine Festung, die den Weg
durch das Zalathal schützte, wurde auf Auorduuug des 1567er Reichstages verstärkt.
Besitzer waren bis in die letzte Zeit die Grafen Szöchenyi.
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Band 16
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Ungarn (4)
- Band
- 16
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1896
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.18 x 21.71 cm
- Seiten
- 616
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch