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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 241 -
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241 Sechs Kilometer oberhalb von Szent-Györgyvära, bei Csäny, beginnt die regel- rechte Kanalisirung des Zala-Flüßchens und setzt sich etwa 21 Kilometer weit bis Hidveg fort. Das Flußthal ist stellenweise selbst an den Kanalufern mit einem förmlichen Urwald von Erlen bestanden, die bei Niederwasser mit ihrem struppigen Wurzelwerk über der Bodenfläche stehen. Weiter oben im mittleren Zalathal liegt Szent-Gröt (Gereschdorf) südlich von Türje am Fuße der Csäsorder Höhe mit reichen Wiesen und Äckern, einst zwischen üppigen Wäldern und Weingärten. Es besteht aus zwei verschmolzenen Gemeinden. Die obere heißt Zala-Szent-Gröt, die untere, die dem Flusse fast zwei Kilometer weit folgt, ist Szent-Gröt-Polgärväros. Sowohl die bauliche Absonderung, als auch die beiden Namen haben in ferner Vergangenheit einen geschichtlichen Hintergrund. Unter AndreasIII., dem letzten König aus Ärpäds Hause, besitzt Graf Philipp, Sohn des Thomas, die Burg St. Gerhard und das Dorf St. Gerold nebst dem etwa zweieinhalb Kilometer abliegenden Dorfe Udvarnok. Die heutige Unterscheidung bestand also schon vor 600 Jahren. Später verwandelten sich im Volksmunde beide Namen, St. Gerhard und St. Ghyrolt in Szent-Gröt. Das XVI. Jahrhundert sieht hier die Familie Hagymässy auf- tauchen, deren Vorname „Szent-Ghyrolti" ist. Im Jahre 1510 ist Szent-Gröt schon ihr Besitz. Die Wichtigkeit der Szent-Gröter Burg beginnt mit der Niederlage bei Mohäes und besonders dem Falle von Kanizsa. Sie hatte nun das Zalathal zu vertheidigen. Der Reichs- tag von 1556 beordert sämmtliche Adelige des Zalaer Comitats, welche diesseits des Zala- flusses wohnen und keine Burg besitzen, hieher, um bei der Befestigung Robot zu leisten. Erenye ist eine Puszta östlich von Szent-Gröt bei A-Hid. Die Brüder Erenyi- Herczeg gründen hier im Jahre 1339 ein Kloster für Paulaner-Eremiten. Das Kloster ist längst dahin, Erenye gehört heute Privatbesitzern. Unweit von hier gegen Norden liegt Türje. Es ist eine Doppelgemeinde, aus Belsö- und Külsö-Türje (Inner- und Außer-Türje) aneinander gebaut und wegen seiner Prämonstratenser-Propstei bemerkenswerth. Es liegt an der Sümeg-Egerszeger Straße und der Egerszeger Eisenbahn, an den fruchtbaren Hängen eines breiten Thales des mittleren Zala. Sein Ursprung reicht ins XIII. Jahrhundert zurück. Ein Vorfahr derer von Szent-Ghyrolt, der Banus und slavonische Herzog Dionys stiftete diese Propstei zur Zeit Belas IV. und sie besaß seit Mitte des XIII. Jahrhunderts die Gerechtsame eines beglaubigten Ortes. Später wurde sie der Propstei von Esorna untergeordnet und bildete sozusagen deren Filiale. Nach der Mohäcser Katastrophe hatte sie viel zu leiden und wurde auch zu Anfang des XVII. Jahrhunderts durch die wilden Reiterfchaaren der Fürsten Bocskay und Bethlen, namentlich unter Christof Hagymässys Führung, wiederholt verheert. Mit Szent-Gröt kam es um 1630 an die gräfliche Familie Batthyäny, doch verzichtete Ungarn IV. 16
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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