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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 246 -
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246 wirkender Konvent und besitzt auch ein Archiv, das noch vor dem Falle Szigetvärs nach dem Eisenburger Kapitelhaus geschafft und so den drohenden türkischen Raubzügen entrückt wurde. Im Jahre 1600 eroberten die Türken Kanizsa und zerstörten ein Jahr später auch Kapornok vollständig, ohne es aber dauernd zu besetzen. Die Reichstage der folgenden Jahre verfügten die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung seines Forts. Nahe bei Kapornok liegt die Pußta Foriutoshäza, Stammsitz der dem niederen Adel angehörigen, aber ansehnlichen Familie Forintos, die namentlich bei der Deputirtenwahl von 1843 im ganzen Lande von sich reden machte. Ihr damaliges Haupt Georg erklärte sich nämlich, als Führer der conservativen Partei des Comitats, gegen die Leistung der öffentlichen Lasten und setzte bei der Abstimmung der Comitatsversammlnng eine Instruktion durch, auf Grund deren Franz Deäk seinen Platz im Reichstage von 1843 bis 1844 nicht einnehmen konnte. Die freisinnige Partei jedoch hing so treu an Deäk, daß sie auf einer neuerlich einberufenen Versammlung unter der Führung Ladislaus Csänyi's die Mehrheit erkämpfte, freilich nicht ohne daß es beide Male zum Blutvergießen, ja zum Verluste mehrerer Menschenleben kam. Aus diesem Grunde nahm Deäk auch das zweite Mal das Deputirteumandat nicht an. Südwestlich von Nagy-Kapornok liegt zwischen Waldgebirge Szent-Peternr , in dessen Besitz sich der Religionsfonds und ein Compofsessorat theilen, mit den volkreichen Puszteu Bänfa und Rokolän. Hier wurde Ludwig Hencsei geboren und erzogen, ein schlichter Grobschmied, der im Jahre 1840 nach Pest ging, daselbst eine Nazarener- Gemeinschast gründete, den nazarenischen Glauben in mehreren Ortschaften des Landes verbreitete, dessen Glaubensbekenntniß niederschrieb und dann als Bekehrer in die Schweiz ging, wo er 1846 starb. Hier ist noch Bncsü-Szent-Läszlö (St. Ladislaus'Wallfahrtsort) zu erwähnen, das auch Egyhäzas-Szent-Läszlö (St. Ladislaus mit der Kirche) heißt. Es liegt an der Kanizsaer Eisenbahn im Thale des Pölöske-Baches. Die Franciscaner haben da ein großes Kloster nebst Kirche. Es ist ein besuchter Wallfahrtsort. Hahöt ist mit dem historischen Namen einer großen Familie verknüpft. Ein Ab- kömmling der thüringischen Grafen von Orlamünde begann gegen Ende des XII. Jahr- hunderts unter Bela III. hierzulande in und um Hahöt ausgedehnte Besitzungen zn erwerben. Unter seinen Nachkommen tauchten in der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts die Namen Hahold und Bnzad auf. Ein Bnzäd war im Jahre 1222 schon Banns. Sein Sippe Arnold stiftet im Jahre 1234 das Kloster zu Hahöt. Abkömmlinge dieses Geschlechts sind die Bänffy von Alsö-Lendva, deren einer, Johann, unter Wladislaus II. Obermundschenk ist und später König Johanns Palatin wird. Nach ihm begannen die männlichen Sprößlinge alsbald selten zu werden, so daß zu Ende des XVI. und Anfang des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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