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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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251 Auch die Lieutenants waren die besten: Peter Keglevich ist einer der romantischen Helden seiner Zeit; Kaspar Alapy, Franz Geßthy, Georg Paladics, Kaspar Böthy sind sämmtlich hervorragende Kriegsmänner. Als aber Soliman einbrach und Szigetvär belagerte, gehörte hieher eine noch stärkere Faust als Tahy. Der König setzte Georg Thury, den berühmten Commandanten von Palota, in Kanizsa ein und dieser brachte seinen Neffen, den gleichfalls tapferen Lieutenant Franz Thnry mit. Thnry fiel 1571 in offener Feldschlacht. Seinen Kopf schickte der Osner Pascha als Siegeszeichen nach Constantinopel, während sein Körper durch Georg Zriuyi mit großem Gepränge nach Kanizsa gebracht und dort bestattet wurde. Der Tod des muthigen Kriegers erregte im ganzen Lande tiefe Trauer und Nieder- geschlagenheit. Die Dichter feierten ihn unter dem Namen „lurris kZunZariae", Thurm Ungarns. Nach Thnry ernannte der König den Valentin Bänfi von Tallöcz znm Commandanten von Kanizsa. Auch dieser war ein tapferer Degen. Ihm folgte im Commando Kaspar Alapy (1573) und unter ihm wurde die Festung am Aschermittwoch des genannten Jahres durch die Türken überrumpelt, wobei die Vorstadt in Flammen aufging. Nach ihm wurde die Festung bereits deutschen Händen anvertraut. Anfaug September des Jahres 1600 erschienen Großvezier Ibrahim und Mohamed-Kiaja Pascha mit einem gewaltigen Heere vor Kanizsa. Commandant war der deutsche General Georg Paradeiser, der die Festung nach viernndvierzigtägiger Belagerung am 20. October übergab, wofür er auch kriegsgerichtlich zum Tode verurtheilt wurde. So fiel Kanizsa, eine der stärksten Grenzfestungen, in Türkenhand. Der Fall Kanizsas war der schwerste Schlag für das Land jenseits der Donau, aber auch für Steiermark und Österreich, da nunmehr das stärkste Hinderniß des türkischen Vormarsches beiseitigt war. Die Reichsstände fühlten das wohl, aber nicht minder die Wiener Kriegsleitung, und gleich der Reichstag von 1601 und die der folgenden Jahre verfügten, soweit es in ihrer Macht lag, entsprechende Maßnahmen zur Vertheidigung. Am nächsten lag es, die Thäler der Flüsse Zala, Kanizsa, Mnr, Lendva und Kerka, wo die Wege nach Norden und Westen führten, mit Festungen zu versehen. Weiter sollten Nemti und Egervär hauptsächlich steirische und österreichische Besatzungen erhalten. Endlich wurde ein Angriffsheer organisirt, um Kanizsa den Türken wieder zu entreißen. Dieses Heer sammelte sich im Sommer 1601 unter dem Oberbefehl des Kronprinzen Erzherzogs Ferdinand, des späteren Königs, und begann im September die Belagerungs- arbeiten. Die Türken hatten sich jedoch sehr verstärkt und schlugen den ersten großen Sturm tapfer zurück. Auch die Aushungerung mißlang. Schließlich gab Ferdinand Befehl zum Rückzug, der am 18. November in großer Unordnung und unter furchtbaren Verlusten erfolgte. Kanizsa wurde dann bis 1664 nicht wieder belagert. In diesem Jahre reifte durch die wunderbaren Erfolge Nikolaus Zrinyis der Plan, die Festung wieder zu gewinnen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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