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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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260 Comitats revenei. Ihre Sprache gleicht am meisten der der steirischen Sloveueu und klingt am reinsten längs der nngarisch-steirischen Grenze. In den östlichen und südöstlichen Theilen des Gebietes merkt man die Berührung mit den Magyaren nicht nur der Aus- sprache, sondern auch dem Wortschatz an. Nach dem Sturze der avarischeu Macht gelaugte auch das Wendenvolk unter die fränkische Obmacht; zu dieser Zeit, unter Privina und Kocel, nahmen sie anch das Christenthum und eine höhere Cultur an. Die Berührung des Slovenenthnms mit den nördlich der Donau wohnenden Völkern des mährischen Reiches wurde durch einen deutschen Keil und nach der magyarischen Einwanderung durch das magyarische Örseg-Gebiet getrennt, während es von den östlichen Verwandten durch die Göesejer und Hetöser Magyaren abgeschnitten ward. Die slovenische Bevölkerung vermischte sich mit der magyarischen uud blieb nur dort bestehen, wo sie mit der großen Masse des Slovenenthnms und mit den Kroaten des Mnraköz in fortwährender Berührung steht. Der Verschmelzungsproceß setzt sich auch gegenwärtig fort. Die Wenden sind ein kräftiger, muskulöser Schlag. Die meisten sind allerdings mittelgroß, doch gibt es viele schlanke und auf der Ebene geradezu hochgewachsene. Ihr Kopf ist oval, das Angesicht glatt, nicht knochig, das Ange lebhaft, zumeist blau, das Haar blond oder braun, die Gesichtsfarbe gelblich, doch auch braun. Bei den Fraueu ist die Stumpfnase häufig. Die Männer, insbesondere die älteren, tragen weder Schnnrbart, noch Bart. Immerhin hat sich die jüngere Generation bereits mit dem Schnurbart befreundet und ist nur dem Barte noch etwas abhold. Die wendischen Franen sind schön, wie die südslavischen überhaupt; die schönsten sind die in der Ebene wohnenden. Doch ist die Frische der Schönheit nicht von Daner, die jnngen Franen welken früh, eine schöne alte Frau ist selten. Der wendische Bauer ist klug, lernbegierig, schlau, eigennützig. Findig ist er nicht, deu guten Einfall eines Anderen aber erkennt und begreift er rasch uud sncht ihn zu seinem eigenen Besten zu nützen. Fremden gegenüber ist er mißtrauisch und verschlossen. Sein Temperament ist zumeist melancholisch. Zartes Gefühlsleben, religiöses Gemüth, friedsame Häuslichkeit uud vor Allem eiu ungewöhnlicher Fleiß sind diesem Volke nachzurühmen. Seine Gesundheitsverhältnisse sind nicht sonderlich günstig. Die des Gebirgslandes leide» unter dürftiger Ernährnug, die der Ebene unter der Feuchtigkeit des Bodens, auf dem sie ihre Häuser baue». Ju deu Dörfer» an der Mur (Meliuez, Jzfaköcz, Bisztrieze) ist der Kröpf häufig. Bis zu den Fünfziger- und Sechziger-Jahren war die Tracht der wendischen Bewohner beider Eomitate nicht sonderlich verschieden. Die bis dahin herrschende weiße Kleidung bestand ans dem weißen Rock und dem gleichen weißleinenen Jäckchen, über dem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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