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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 262 -
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262 Die weibliche Tracht ist mehr der Mode unterworfen und recht hübsch. In früherer Zeit war ein tischtnchartiges Laken charakteristisch, das an Feiertagen statt des großen Umschlag- tuches getragen wurde. An Wochentagen trägt man sich weit einfacher. Frauen wie Mädchen haben einen langen, einfach gemusterten, oben in Falten gezogenen und am oberen Rande mit einem 12 bis 15 Centimeter breiten Koller (Saum) eingefaßten Rock, der am Werkel- tag auch mit dem Inneren nach außen getragen wird. Der Kragen wird an sieben Stellen halbkreisförmig eingeschnitten und durch Fischbeine steif erhalten. Das Wochentagshemde aus weißer Leinwand oder farbigem Stoff ist an der Brnst spitzenartig ausgeschnitten und ausgenäht; Sonntags wird ein Hemd aus Battistleiuwaud angelegt. Im Winter kommt darüber ein kurzes, rückwärts mit einer Bandschleife verziertes Jäckchen ans schwarzem Stoff oder Sammt. Das Kopftuch wird nicht unter dem Kinn, sondern hinten gebunden. An den Füßen trägt man Stiefeln, aber noch häufiger feine, verzierte Schuhe. Die wendischen Frauen schnitten sich früher, wenn sie heirateten, das Haar dicht am Kopfe ab, den sie dann mit einem rothbnnten fezartigen Käppchen (poeilicu, noch früher poeiu) bedeckten. Anch diese Tracht ist bereits selten geworden nnd außer Mode. Die jungen Frauen können sich nach Belieben kämmen. Im Winter trngen Männer und Franen als Schntz gegen die Kälte einen bis ans Knie reichenden anliegenden Pelz aus schwarzem Lammfell (ko/i), der jedoch bereits dem billigere« Tuchrock gewichen ist. Männer, die vom Militärdienste heimgekehrt sind, tragen gerne Mütze und Rock des Soldaten weiter. Die Häuser sind meist rechtwinklig gebaut, so daß der eine Schenkel des rechten Winkels sich mit den Fenstern der Stube nach der Straße öffnet. Der Stoff, aus dem gebaut wird, ist Holz, Spritzmörtel oder Backstein. Namentlich aus Spritzmörtel wissen sie sehr geschickt Wäude zu errichten, so daß sie zn diesen Arbeiten auch in die benachbarten magyarischen Gegenden berufen werden. Der Straße wendet sich die Wohnstube zu, deren Thüre sich «ach dem, oft von Säulen gestützte» Hausgang öffnet. Der ärmere Wende haust in einem Zimmer, der bemitteltere hat zwei, selbst drei zur Verfügung. An die Stube stößt die dunkle, rußige Küche, deren Rauch, da das Haus keine« Rauchfang besitzt, oft nur durch die Thüre entweichen kann. Durch die Küche gelaugt man in die Kammer. Am anderen Schenkel des rechten Winkels liegt nach rückwärts hin die offene pvjata. In dieser steht die zum Brechen der Hirse, des Haidekorns und Maises gebrauchte stvpa. Der Stall und schließlich die Scheune bilden den Abschluß des Gebäudes. Die kleinen, dunklen Stuben sind recht überfüllt mit eiufachen, unbequemen Möbelu und dem ungeheuren Ofen. Ein oder zwei fichtenhölzerne Betten, uubemalt oder geblümt, thürmen sich mit ihrem Bettzeug bis zur Decke hinan; in die eine Ecke ist der Tisch gestellt, etliche Stühle und Truhen bilden den übrigen Hausrath. Zwei Seiten des Tisches entlang stehen an zwei Wänden die Bänke. Nach Bedarf kommen als weitere Mobilien die Wiege
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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