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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 280 -
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280 einer Reihe Sandhügel bis an die Donau hinab die Äcker des Adels von Duua- Szeut-György. Noch weiter unten folgt das unglückliche Gerjeu, an dem die dort stark versandete Donau so oft ihren Grimm ausläßt, und das reich bevölkerte, von schöner Kirche überragte Fadd, gleichfalls im Rachen der Donan gelegen, eine der volkreichsten Gemeinden des Tolnaer Comitats mit einem Tabak, der zu den besten ungarischen Sorten gehört. Das alte Tolua, das römische ^Ita ripa, wo schon König Stephan der Heilige Gesetze schuf, wo König Matthias in heiteren und lehrreichen Gesprächen glänzende Beweise seines Witzes und zugleich seiner Sachkenntniß in religiösen Fragen gab, wo in der Zeit vor Mohäes auch Reichstage abgehalten wurden und uach dem Tage von Mohäcs sogar eine Hochschule der Reformirten fast hundert Jahre blühte, war einst ein mit Festnngsmaueru umgebenes, von Magyaren reich bevölkertes königliches Besitzthnm. Die Grundfesten der Mauern sind jetzt in der Donau oder noch weiter fort, jenseits des Flusses zu suchen, die magyarische Einwohnerschaft aber wurde von hindurchziehenden Kriegsfchaaren theils mitgerissen, theils verscheucht, um sich an ruhigeren Orten nieder- zulassen, so namentlich in dem waldumgebenen, von einer halbmondförmigen Krümmung der Donau umhegten Bogyißlö, wo sie mit ihrem calvinistischen Glauben nnd mit den zum Theil noch heute vorhaudeueu Stücken ihrer geweihten Kirchengefäße dauernde Zuflucht fand. Aus dem Rachen der Türken in den Rachen der Donau. Und dennoch war es besser so, denn die Leute sagten: die Donau nimmt, was der Winter uns gelassen, der Türke aber nahm auch, was der Sonnner nus gegeben. Anch die Hochschule zog mit ihren Professoren und Studenten fort, nach Kecskemet. Die Stadt der ausgewanderten Magyaren wurde nach langer Verödung von Deutschen besetzt. Es waren rührige Gewerbs- lente, tüchtige Ackerbauer, gewandte Kaufleute, Meister der Kunstweberei, ausgelernte Schiffszimmerlente, kühne Schiffer und glückliche Fischer. Die ^Itu ripa aber, in ihrer erhöhten Lage an der Donau, wird bald gar nicht mehr zu unterscheiden sein hinter ihrer verschlammten Donau, die dort kaum mehr eine Strömung hat, nachdem ihre 30 Kilometer große Schleife durch den Bogyißlöer Durchschnitt (dort „Grabung" genannt) auf 7 Kilometer verkürzt worden. Auch das Interesse der glücklichen Fischer wurde dadurch verkürzt; das Tolnaer Donaubett wird immer seichter, so daß es au manchen Stellen schon durchwatet werden kann. Das Edelwild der Tiefe, der mächtige Hausen, sucht es also immer seltener auf, uud in gleichem Maße werden die Fischerhütten längs des Ufers seltener nebst den umfangreichen großen Netzen, die rings um sie her zum Trocknen ausgebreitet waren. Und nicht minder verkürzt ist das Geschäft der findigen Schiffsleute. Eiust war Tolua eine der berühmtesten Schiffswerften und Hanptplatz der Schleppschiffsgeschäfte an der ungarischen mittleren Donau. Die Getreide-Ernten nnd Holzerzeugnisse beider Ufer wurden bei einem Wettbewerb, der von Budapest bis Efseg reichte, durch Toluaer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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