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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 282 -
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282 Schiffsleute auf ihreu mit Pferden bespanuten Schleppern befördert; dabei wurde der Strom oft gekreuzt und für die Bewohner der Uferdörfer fiel reicher Erwerb ab, da sie so noch die letzten Kräfte ihrer abgearbeiteten Pferde verwerthen konnten. Diese aus der Urzeit überkommene Art von Wassertransport ist der Hauptstadt, die einst das Endziel der Zugseiltransporte von der unteren Donau gewesen, fremd geworden, aber auch unten schwindet sie mehr und mehr, ihre Fahrten werden immer kürzer, von einer Uferstadt zur anderen, und die Schraubendampfer verdrängen sie in die Kanäle hinein, wenn deren Wasser durch die wachsende Donau gestaut wird. Unterhalb Tolna's folgen sieben große, aber schon mit Durchschnitten versehene Schleifen der Donau, deren von waldigen Sand- bänken eingefaßte Uferebenen bis Bata kaum noch ein Dorf oder einen Kirchthurm erblicken lassen. Bäta liegt an einem Bergabhang und erinnert durch seiue alte Abtei an die Hunyadi, an Johannes Hnnyadi selber und seine Gemalin Elisabeth Szilägyi, an König Matthias und seinen Sohn Johann Corvin, die mit fortgeerbter Pietät das wunderwirkende heilige Blut Christi, deu frommen Schatz des Bätaer Klosters verehrten. Hier beichtete und commnnicirte zum letzten Male König Ludwig II,, zwei Wochen vor seinem kläglichen Tode, am Tage Mariä Himmelfahrt. Dringt man weiter in das Comitat ein, so stößt man am Fuße anmuthiger, durch die Phylloxera verheerter Berge auf den Comitatssitz Szegzärd, zugleich die schönste Stadt daselbst. Es ist das römische Alisca und bewahrt das Andenken des weisen, aber kurzlebigen Königs Bela I., der dort in selbstgegründeter Abtei bestattet wurde. Nach Turöczy wäre die Stadt selbst nach ihm benannt worden; der gute König sei nämlich (braun) und (kahl) gewesen, — daher 8?eK-s2är-ä. Die Schreibung dieses Ortsnamens ist sehr ungefüge. Man schrieb Szexärd, Szekßärd und Szegzärd (dies ist die amtlich festgestellte Form), allein dem Wortklange, wie der eben angeführten Ethymologie nach ist Szegßärd das Richtigste. Die Stadt liegt auf der abschüssigen Flanke eines Berges, dessen oberer Theil von dem ihn überhängenden Bartina durch den Sed getrennt ist; durch die Schlucht des Sed eilt ein Bach nieder, der nach Regen und Wolkenbruch sogar einen Theil seiner Ufer mitnimmt. Die Einwohner sind Magyaren. Die Stadt selbst ist seit alter Zeit Hauptort des gesellschaftlichen und somit auch des culturelleu und politischen Lebens im Tolnaer Comitat. Sie ist von einem imposant aufsteigenden burgähnlichen Comitatshanse überragt, das auf den Trümmern der alten Abtei errichtet ist; während des Baues wurden verzierte Sarkophage aus den ersten Jahrhunderten und andere Alterthümer gefunden. Es enthält außer den geräumigen Berathungssälen die Eentralbehörden des Eomitats, die Wohnungen der Oberbeamten und die Gefängnisse. Szegzärd hat eine durch den Tolnaer Comitatsadel beinahe gleich- zeitig mit der Pester Ersten vaterländischen Sparkasse gegründete, stufenweise und nicht
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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