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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 314 -
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314 Plattensee hinabsteigt nnd dessen Sandufer mit Reben vollpflanzt. So kann die Weinrebe im Comitatswappeu nicht verdorren. Unter den vielen regnlirten Wässerchen ist die Rinya das stattlichste. Ihre Neben- flnthnngen machen die Heuernten überaus üppig. Der Alinäsbach geht schon von Szigetvär aus, mit dem kleinen Okor vereint, nach Baranya hinüber. Kapos und Koppäny dagegen entfliehen dem Elternhause einzeln, um in der Fremde zusammenzutreffen. Quellen und Bäche überall, wenn auch nicht Hippokrene nnd Kastalia. Übrigens hat jener Spottvers: „Doch an Wissen wird dir wenig zugemessen" nicht so ganz Recht. Drei Dörfchen bei Szigetvär bewahren die Spuren dreier berühmter Väter des Protestantismus. In Horf i wohnte Peter Melius, der erste ungarische Religionspolemiker und Botaniker, in Sz t ä r a der Sänger Michael Sztärai, in Kälmancseh, das sogar die knrze Blüthe einer Hochschule sah, der gelehrte Martin Kälmäncsehi-Sänta. Weiteroben in Nag y- Bajom stand die Wiege des Dichters Benedikt Virag uud steht noch in Trümmern das Haus des Dichters Adam Horväth. Noch nördlicher, in Särd , schlug Lazarus Somssich Horazens Leier und weiterhin, zn Nikla, that Berzsenyi weit genialer dasselbe. Damals sangen die Dichter noch in Hainen, jeder in seinem Singvogelnest. Nur Csokouai hatte keines; er durchtrillerte ganz Somogy, quer durch die freie Luft flatternd wie die Lerche, ein fahrender Spielmann aus alter Zeit. Sein komisches Epos: „Dorothea" spielt in Somogy und bekannte Figuren aus der Somogyer Gesellschaft von damals kommen darin vor. Aus „Dorothea" ersehen wir, wie lustig es damals in den Ballsälen von Kaposvär herging, und ohne Zweifel auch in den adeligen „Kastellen". Das wahre Leben freilich suchen wir anderswo: zu Kc'thely, im Kreise des Grafen Josef Hnnyady, zu Marezal i und Somogyvär , am Hofe des Obergefpaus Grafen Franz Sz^chenyi, zu Csurgö iu der geschlossenen Gelehrteugesellschaft des Grafeu Georg Festetits, im Somssich'scheu Schlosse zu S ä r d und im Hause Stesau Särközy's zu Nagy-Bajom. „Graf Josef Huuyady" — schrieb Paul Somssich — „suchte die gebildeten Landwirthe des Aus- landes auf, zog sie in das Comitat herein, richtete mit ihrer Hilfe seine Wirthschaft rationell ein uud stellte dadurch nachahmenswerthe Beispiele für seine Landsleute auf". „Graf Frauz Szechenyi" — schreibt er weiter — „berief Jünglinge, bei denen er einen hochstrebenden Sinn wahrnahm, ohne Unterschied des Ranges und der Geburt an seinen Hof, um sie dort mit den Sitten der höheren und gebildeteren Kreise vertraut zu machen. Nikolaus Somssich, der treffliche Rechtsgelehrte Josef Bodouyi, die Talliäns, Kaspar Stefaits, Paul Bezeredj, Josef Szalay, Jguaz Xanthus, Franz Kozma und Andere wurden an Franz Szöchenyi's Hofe ausgebildet." Außerdem waren Schloß Somssich in Särd und das Haus Stesau Sörközy's in Nagy-Bajom ständige Brennpunkte des Gemeingeistes,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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