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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 316 -
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316 der öffentlichen Verwaltung, der Literatur, Wissenschaft, Politik und geistigen Vor- nehmheit. Die erwähnten Dichter, die gelehrten Männer der Kirche, alle vorwärts strebenden Geister sammelten sich da. In diesem Kreise erwuchs Paul Somssich, der bewegende Geist aber und die ausführende Hand dieses Kreises waren Graf Franz Szechenyi, Begründer des ungarischen Nationalmuseums, und Graf Georg Festetits, Stifter des „Georgicons" zu Keßthely. Dieser Magnat verließ das Wiener Leben, um Reichthum, Thatkraft, Menschenliebe daheim gemeinnützig zu verwenden; dort schuf er sich für seinen Ideenaustausch eine Gesellschaft aus seinen Herrschaftsbeamten, den Predigern seiner Hörigen und einigen adeligen Herren, die, wie die Cseppän und Särközy, mehr Bildung besaßen. Bei einem Einkommen von einer halben Million kochte seine Gattin Judith Saller Seife, zog Lichte, spann und webte eigenhändig, eine moderne Peuelope. Und unterdessen berieth sich der Gutsherr mit seinen Beamten, unter denen Johann Nagyvathy zu erwähnen ist, ein Gelehrter, Philosoph, Naturkundiger und Land- wirth, ja sogar Dichter und mit ihm Samuel Birö, der herrschaftliche Anwalt. Die Frucht dieser Berathungen war das Csnrgöer Gymnasium. Csurgö, damals ein aus Strohhütteu bestehendes Städtchen, lag tief iu deu Waldungen am südlichsten Fuße der niedrigen Zakänyer Berggruppe versteckt. Au seinem Nordende befindet sich der ausgedehnte, mit steinerner Mauer umzogeue Maierhos des Grafen und mitten im Orte die lange Reihe herrschaftlicher Beamtenhäuser mit dem engen, niedern Palais, an dessen Stirne im ersten Stock der wachthaltende Kranich der Festetits auf einem Fuße steht. Vor dem Thore des Maierhofes erhebt sich die katholische Kirche mit ihrem alten Thurme, ein Überbleibsel des befestigten Johanniter- Convents, der durch Euphrofyue, Witwe Göza's II. gegründet und durch ihre Tochter Margarethe, Schwester Belas III. bereichert worden. Am Städtchen läuft ein Bach vorbei, der einst, wie noch jetzt sichtbare Sperrdämme verrathen, ein Fischteich gewesen sein mag. Am unteren Ende des Städtchens begann ein Urwald, und dort ließ der Graf für das Gymnasium einen schönen Hügel abholzen; auch das Geld und Baumaterial gab er her, Fuhr- und Handwerk aber leisteten die 60 Kirchen des Jnner- Somogyer Sprengels, vom fernen Szigetvär bis herein nach Csurgö. Neben dem Gymnasium erbaute er zwei Professorenhäuser, für die Besoldung der Lehrer legte er Stiftungen au, zwölf Studenten gab er Nahrung und Kleidung, uud zwar ließ er sie iu einer langen Hellgranen, reichverbrämten Mente und entsprechendem Kalpag umher gehen, mit der Abkürzung seines Wahlspruches .v lk t l l " (veum time, Iwnora) auf der Brust. Aber er wollte im städtelosen Somogy auch eine magyarische Stadt erschaffen. Er ließ also den Wald bis an den Fuß des Alsok, eine halbe Meile weit ausroden und bevölkerte die Roduug. Für die Jahrmärkte legte er in der Mitte zwei
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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