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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 318 -
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318 für 100 Pferde n. s. w. dankte man hauptsächlich dem zahlreichen, glänzend begüterten Somogyer Adel. Die Bürger folgten diesem Beispiel. Die Kapos-An wurde regnlirt, zahlreiche Bauten entstanden, die Pfarrkirche ist prächtig erneuert und ihr gegenüber steht Bischof Ranolders Klosterschule; das Comitats-Waisenhans und das Eomitats-Kranken- hans, die Honvedkaserne, das Militärspital nebst Kaserne und unten im Thale die Zuckerfabrik der Creditbank, welche die Herrschaft Kaposvar in Pacht hat, sind ansehnliche Schöpfungen. Dieser Fabrik führen die Eisenbahnen, besonders die eigens dazu erbaute Moesolader Flügelbahn durch hundert Tage täglich fünfzig Waggons voll Rohstoff, zusammen eine halbe Million Centner zu. Noch drei Städte des Comitats sind von Bedeutung: zuerst das historische Szigetvar , dann Nagy-Bajom mit 5000 Einwohnern in der Mitte des Comitats, ein breitstraßiges Städtchen von Alföldcharakter, dessen ebenes, sandiges Gebiet von 40.000 Joch das größte in Somogy ist. Benachbart liegt einerseits S ärd mit der nahen Ruine von Korokna, andererseits Jäkö, die höchste sandige Wasserscheide von Somogy. Die dritte Stadt ist Barcs- te lep (Colonie Bares), aus einem Dörfchen mit amerika- nischer Geschwindigkeit zn jenem gewaltigen Emporinm am linken Drau-User angewachsen, das durch zwei Brücken mit Slavonien verbunden ist. Hier sind die Getreidemagazine der Budapester Disconto- nnd Wechslerbank mit einem Verkehr von mehr als einer Million Metercentner Getreide; die Sägemühle und Holzniederlage eiuer französischen Gesellschaft mit einem festen Stande von 100 Arbeitern versendet ihr Erzeuguiß nach Frankreich; die Wiener Unionbank und drei andere große Firmen halten Niederlagen von Faßdauben und Bauholz und verfrachten jede jährlich ihre 600 Waggons. Eine Ziegelei, Kunstmühle, Spareasse, Schweinemästerei kommen hinzu. Die Drau-Dampsschiffahrtsgesellschaft hat hier ihren Directionssitz. Der gesammte Frachtverkehr von Bares ab beträgt an vier Millionen Metercentner, so daß Bares unter allen Südbahnstationen nach Wien und Trieft der verkehrsreichste Punkt ist. Der Wagenverkehr im dichtbewaldeten Somogy, aber anch auf dem schwarzen und gelben Lehm der offenen Felder war früher eine harte Sache, obgleich dafür eigene kurze, hohe Wagen mit schmalem Radkranz erfunden wurden. Selbst jetzt noch ist es weit bis zu einem vollständigen Straßennetz des steinlosen Comitats. Sehr werthvoll sind die 80 Kilometer Backsteinstraße von Kaposvar gegen Groß-Kanizsa hin. Älter sind die Landstraßen längs des Plattensee's nnd des Kapos, noch älter die sandige Straße längs der Dran. Die Eisenbahn betritt das Comitat an sechs Punkten, wobei sie aber den oberen Theil nur berührt. Die Südbahn tritt bei Siöfok über den Siö ein. Siöfok „lebt in Beßpröm und stirbt in Somogy", das heißt, die Stadt gehört zu Veßprem, ihr Friedhof aber liegt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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