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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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330 Dieses Gebirge ist steinlos und seine höchste Spitze hat kanm 200 Meter; es ist eine von unten bis oben bebaute Lehmerhebung, in deren Schatten man überall auf die Karasieza, diesen kanalisirten Abfluß der oben erwähnten Peesvärader Bäche trifft. So klein aber dieses Gebirge, ist es doch auch Wasserscheide und zugleich Volksscheide. Nördlich bis Mohäes hinauf wohnen Serben, südlich bis Esseg hinab Magyaren, beide Stämme mit etwas Deutschthum in kleinen Dörfern gemischt. Es ist der Nons ^Vureus der Römer, der von Einigen in Syrmien gesucht wird, während Andere, die anch den Namen des Comitats Barauya als Übersetzung des lateinischen Namens auffassen, den Berg gern hieher verlegen. Am Westende des Gebirges steht Baranyavär (Burg Barauya) und daher der schon vom Anonymus erwähnte Name des Comitats. Ärpäd entsandte nämlich die Feldherren Ete und Bojta znr Eroberung der Burg Baroua. Diesen Namen leiten Manche von einem angeblichen, aber nicht nachweisbaren Lustrum Vurronii, Andere von den nach Florus hier ansässig gewesenen Lrenni, noch Andere von Uons ^urous (^urc>s, Vranu, Varunu, Larunu) her. Die Volksetymologie denkt sogar an Lor (Mutter des Weines), mehr witzig als gründlich. Übrigens hat diese Phantasie ihren Grund darin, daß die Natur die drei Bergkette» durch Lage und Bodenbeschaffenheit für den Weinbau bestimmt hat, wie denn gegenwärtig Baranya das weinreichste Comitat des Reiches ist. Selbst in seinem Wappen erblickt man zwei Männer, die an geschulterter Stange eine ungeheure Traube tragen, ganz wie Nnmeri, XIII. 24. zu lesen. Die drei Bergketten wetteifern seit Urzeiten an Güte ihres Weines und jede hatte immer ihren Anhang. Die Mecsckweine wurden von den Deutschen getrunken (sie gingen „hinauf"), der Siklöfer war dem Raizen (Slavonier) werth und den Alfö-Baranyaer trank die Bäeska. Gewaltige Consumeuteu, noch gewaltiger aber ist die Phylloxera. Es ist interessant, daß im vorigen Jahrhundert ein gelehrter Beschreibe? von Baranya den Bäeskaern rechtgibt, indem er sagt: „Villäny hat einen vorzüglichen Wein, der dem Sepseer nahekommt." Sepse aber ist ein Dörfchen in Alsö-Baranya. Und noch ein vierter Berg ist zu erwähnen. Am Rande einer großen Ebene, „gelb umwallt von der Ähre und grün von saftigem Grase", erhebt sich auf der Pußta Sätoristye, an der Straße nach Mohäes, ein zehn Meter hoher Hügel. Sein Gipfel bildet eine runde Fläche von 50 Quadratmeter, als wäre er eiust zur Errichtung eines Zeltes geebnet worden. Man nennt ihn Türkenhügel (l'örök kulom) und sagt, hier habe am „Tag von düstrem Gedächtniß" Snleymanns Zelt gestanden, bis hieher seien die 32 Helden vorgedrungen, die sich gegen das Leben Snleymanns verbündet hatten, nnd hier hätten die Janitfcharen deren Rossen die Kniegelenke durchhanen. Zu Füßen des Hügels grünt üppige Grasfläche; hier am linken Flügel, der zu vermeintlichem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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