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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 339 -
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33V Die westliche Front der großen Kirche blickt auf das bischöfliche Palais, die östliche auf andere geistliche Gebäude und die Kapitelgasse; ihr zu Füßen liegt die schönste Promenade von Fünfkirchen und das Viereck des Scitovßky-Platzes. Den Hintergrund bildet der Kreis von Bergen, der die Stadt umzieht, mit Landhäusern bestreut, auf deren Stirne eine Wolke zu ruhen scheint wegen des unsichtbaren weinverwüstenden Unthiers. Doch ist deshalb das fröhliche Fünfkirchner Völkchen den alten Stätten seiner Lustbarkeit uicht untreu geworden und wandert hinauf, zu ruhen und seinen Kummer zu vergessen, mit einem Blick hinab auf Hoffnung und Zukunft in Gestalt der blüheudeu amerikanischen Rebenpslanznng. Von da schweift sein Auge dem Zeltlager zu und es erinnert sich, daß nicht nur die Soldaten Fünfkirchen lieben, sondern auch die Könige, die sich gern auf diesen schönen Punkt herablassen, um das Kriegsspiel zu beobachten, das sich von Zeit zu Zeit um das Zeltlager her als Fünfkirchner Manöver wiederholt. An Allem, was das Auge sieht, scheint sich das Sprichwort zu bewähren: „Dem Deutschen Lees (Wien), dem Ungarn ?ecs (Fünfkirchen)", und auch des Großsultans ererbtes Lob: „Ein irdisches Paradies". Allein die Bevölkerung überläßt keineswegs Alles der Natur; sie trachtet ihre Umgebung zu verschönern, ihr Leben zu versüßeu. Neben den Hallen der Wissenschaft und Andacht entwickelt sich auch das Kunstgefühl. Malerei, Plastik, Baukunst, Musik, Theater finden ihr Publikum, ihre Schützer und Factoren; die öffentlichen Plätze beweisen es und die Friedhöfe mit ihren schmucken Denkmälern. Und überdies war Fünfkirchen schon vor zweihundert Jahren die Stadt der Rosen und ist noch jetzt die Stadt der Blumen. Seine Bewohner lieben uud züchten die Blnmen leiden- schaftlich. Die Geschichte Fünskirchens ist groß und merkwürdig, sie ist identisch mit der seines Comitatcs, doch mit dem Unterschied, daß der Stadt vom Guten uud Schlimmen mehr zutheil wurde. Sopiaue hieß sie als Hauptstadt des römischen Unter-Pannouieus, als Mittel- punkt der römischen Heer- und Handelsstraßen, und damals wird sie wohl eine Stadt von ganz römischer Physiognomie gewesen sein. In ganz Europa, sagt Michael Haas, gibt es außer Italien keine Stadt, in der so viele und vielerlei römische Alterthümer zu fiuden wären als in Fünfkirchen. Das Pflaster, die Wasserleitung sind römischen Ursprungs, was vom archäologischen Gesichtspunkt zwar sehr schön ist, aber von den Fünfkirchnern selbst nicht gerade gepriesen wird. Den» die Antiquitäten sind schön, aber sie gehören in die Mnseen. Altchristliche Cultur verkündet jene dem IV. Jahrhundert augehörige unterirdische Begräbuißkapelle, die vor der Südfront des Domes zu sehen und schon an und für sich ein starker Beweis dafür ist, daß St. Stefan hier nicht das Christenthum, sondern, als an einem dazu berufenen Platze, schon das Bisthnm selbst zu 22»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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