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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 364 -
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364 Tarcsa ist ein bekannter Badeort. Das Söskuter Wasser ist dem Gießhübler sehr ähnlich. Unter den Verkehrsmitteln sind in erster Linie die Eisenbahnen zu erwähnen, und zwar: die Südbahu (Ödenburg—Groß-Kanizsa), die ungarische Staatsbahn (Raab— Graz), die Kis-Czell—Bobaer Eisenbahn (Stuhlweißenbnrger Richtung), dann die Flügel- bahnen: Boba—Jänoshäza bis an die Grenze des Comitats, Güus-Steinamanger, Pinkafeld—Steinamanger, Preßburg—Porpäcz uud (die neueste) Rum—Steinamanger. Staatsstraßen sind: die Budapest—Grazer, Preßburg—Warasdiner und Steinamanger— Pinkaselder Landstraßen. Die 56 Vicinalstraßen haben zusammen die Länge von 977 065 Kilometer. Was Handel und Gewerbe betrifft, hat sich die Lage des Kleingewerbes seit Jahrzehnten nicht geändert. Kampf ums Dasein, Vegetiren von heute auf morgen, uud dies umso mehr, als die meisten Kleingewerbetreibenden wenig Ausdauer und Geschäfts-- geist besitzen, vielmehr resignirt auf eine Wendung ihres Schicksals warten. Unleugbar aber drückt auch die Großindustrie auf das Kleingewerbe. Die Fabriksindustrie dagegen ist im Aufschwung begriffen. In Steinamanger sind zwei Fabriken für landwirthschaftliche Maschinen thätig, die ihr Geschäft bis ins Ausland hin betreiben. In Csehi, Körmend, Güns und Jkervär besteht je eine Dampfmühle, Steinamanger hat deren zwei. Güns und Lockenhaus haben bemerkenswerthe Tuch- und Kotzenfabriken, Pinkafeld bedeutende Kotzen-, Loden- und Wollwaarenfabriken. In Steinamanger sieht man noch Essigfabriken und mehrere Ziegeleien mit Ringöfen. Die dortige Lederfabrik konnte in den letzten Jahren einen lebhaften Geschäftsbetrieb ausweisen. Der Handelsminister hat im Jahre 1892 die Errichtung einer Leineinlösungs- und Appreturanstalt in Eöri-Szent-Peter angeordnet. In St. Gotthard besteht eine Tabakfabrik, in Särvär wird eine Zuckerfabrik errichtet. Der Handel beschränkt sich in erster Reihe auf das locale Bedürfniß. Eine bedeutendere Ausfuhr herrscht in Mastvieh und Getreide. Einst wurde die vorzügliche Gerste des Comitats von Brauereien stark gekauft. Die Gegend von Ober-Warth treibt recht lebhaften Bretter- und Bauholzhandel. Namhaftere Localmärkte sind: Steinamanger, Körmend, Särvär, Kis-Czell; auch Wien und Graz sind stark bezogene Märkte. Fachschulen sind: die staatlich subveutiouirte Handelsmittelschule in Steinamanger und die dortige Untere Handelsschule. Das Comitat hat zwei Städte mit geordnetem Magistrat (darunter Güns als königliche Freistadt), 8 Großgemeinden, 609 Kleingemeinden, 232 Weiler, 40 Ansied- lnngen und 28 Pußten. Die Zahl der Bevölkerung betrug im Jahre 1869: 331.706, im Jahre 1880: 360.590, im Jahre 1890 390.371; der einundzwanzigjährige Zuwachs beträgt also 58.665 Seelen, somit beinahe 18 Procent, was als günstig zu betrachten ist.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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