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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 365 -
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365 Diese Seelenzahl vertheilt sich nach Nationalitäten folgendermaßen: magyarischer Muttersprache waren 197.389 (50 56 Procent), deutscher Muttersprache 125.526 (32 16 Procent), kroatischer Muttersprache 18 197 (4 60 Procent), wendischer Mutter- sprache 47 080 (12'55 Procent), der kleine Rest vertheilt sich auf verschiedene, zum Theil ausländische Sprachen. Die nicht magyarisch redende Bevölkerung findet sich in größeren Massen in den südwestlichen, westlichen und nördlichen Theilen des Comitats, die magyarische ist mehr im Osten und Süden verbreitet. So wie jetzt, war auch ehedem die magyarische Bevölkerung zahlreicher als jeder andere Volksstamm. Der Typus der hiesigen Magyaren weist keinerlei Besonderheit auf. Die Männer sind im Allgemeinen mittelgroß oder gedrungen und breitschulterig, doch finden sich in mancher Gegend, so um Ober-Warth, Jvan-Egerßeg u. s. w. auch hochgewachsene Männer. Die Frauen sind hübsch gewachsen und anmuthig. Der Religion nach vertheilen sich die 394.306 Einwohner jetzt folgendermaßen: 294.318 Römisch - Katholische, 79.794 Protestanten A. C., 10.337 Reformirte, 9.818 Jsraeliten, 16 Unitarier, 16 Griechisch-Nichtuuirte und 7 Griechisch-Unirte. Die Römisch-Katholischen gehörten früher dem Raaber Bisthum zu, bis Maria Theresia 1777 das von Steinamanger stiftete. Dieses Bisthum wurde aus dem Gebiete des Eisenburger Comitats und kleineren Theilen der Diöcesen Raab, Veßprem und Agram gebildet. Der Reformation schloß sich auch ein großer Theil des Eisenburger Comitats an, darunter die mächtigsten Magnaten nebst ihren Hörigen. In Gemeinden, wo jetzt kein Protestant mehr lebt, predigten noch zu Ende des XVI. Jahrhunderts protestantische Pastoren. Das Kapitel zu Eisenburg, das jetzt als Eiseuburg-Steinamaugerer Domkapitel besteht, blühte schon zur Zeit der Ärpädeu und gehörte zur Raaber Diöcese. Sein Sitz war Eisenburg (Vasvär). Auf Grund des Gesetzes von 1578 übersiedelte es nach Stein- amanger, wo bei Begründung des Bisthums die Zahl der Domherren auf 6 erhöht und anch sein Vermögen vermehrt wurde. Die Evangelischen sind in drei Seniorate ein- getheilt, die Resormirten haben nur ein Seniorat, beide gehören zu ihrem Kirchensprengel jenseits der Donau. Die Unitarier sind der Budapester Mutterkirche zugetheilt. Die Jsraeliten gehören zum 8. Bezirk der Laudes-Orgauisation. Die Gerichtspflege des Comitats gehört jetzt zum Gebiete der Raaber königlichen Tafel. Der Sitz seines Gerichtshofes ist Steinamanger und es hat 10 Bezirksgerichte, die, mit Ausnahme des in Steinamanger befindlichen, auch in Grundbuchsangelegenheiten mit richterlichem Wirkungskreis ausgestattet sind. Sein Preßgericht befindet sich in Raab. Königliche Notare gibt es im Comitate sechs. Eine Advocatenkammer hat ihren Sitz in Steinamanger. Das Wappen des Comitats ist eine mit Zinnen und Schießscharten versehene Festungsmauer, auf der ein Vogel Strauß ein Stahlbündel im Schnabel hält.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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