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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 366 -
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366 Die Eisenburger Magyaren sind an ihrem Dialect leicht zn erkennen. Die Leute des Hegyhät (Bergrücken), der das Gebiet des Bezirkes von Eisenburg bildet, haben viel Gemeinsames mit denen des benachbarten Göcsej, und weil Manche die Göcsejer für Palöczen halten, soll dies auch von den Hegyhatern gelten. Aber auch anderwärts ist die Sprache des gewöhnlichen Volkes eigenthümlich, namentlich in Steinamanger und Umgebung. Wie anderswo, so hat auch hier das Volk seine hundertjährigen Gebräuche, uud diese finden sich fast überall im Comitat. Am 1. Mai stellt, besonders in den deutsche» Gegenden, der verliebte Bursche einen „Maibaum" vor das Fenster seines Liebchens. In und um Steinamanger versammeln sich am Abend vor St. Johannistag Bnrsche und Lehrjuugeu am Stadt- oder Dorseude und zünden Birkenbesen an. Den brennenden Bnnd schwenken sie umher und werfen ihn in die Luft, so hoch sie können. Das sind die Johannis- fener. Die gute Hauswirthin trachtet sich einen solchen Besenstrnnk zn verschaffen, um ihn in ihr Krautfeld zu stecken. Davon wird ihre Krauternte reich. Am Andreastag fastet das Mädchen, denn dann erscheint ihr im Traume ihr Zukünftiger. Anfangs December kommt besen- nnd kettenbewehrt Nicolo zu den Kindern, den guten bringt er im Schnappsack Nüsse mit. Zu Weihnächte» verkünden die heiligen drei Könige die Ankunft des Jesukindleins, am Fest der unschuldigen Kindlein aber schlägt man einander mit der Karbatsche, was vor Krankheit und Ungemach bewahrt. Am Sylvesterabend haben die Mädchen alle Hände voll zn thun. Überall wird Blei gesucht und gegossen. Aus den Formen, die es im Wasser annimmt, prophezeit man, wie nnd wer der Bräntigam sein wird, ob der nächste Fasching eine Hochzeit bringt, ob und wie viel neue Kleider das Dirnlein im neuen Jahre kriegt; ob die Eltern es auf den Ball führen werden n. f. w. An Faschings Ende ist es vielfach Sitte, daß die Burschen nachts den gar zu wählerischen Mädchen, die im Fasching nicht unter die Haube gekommen, einen großen Klotz an die Thüre hängen. Dies ist das sogenannte „Klotzaufziehen", das die schwierige Maid mürbe macht, so daß sie in Zukunft solche Schmach zu vermeiden trachtet. Das Eisenburger Comitat ist ein Theil der römischen Provinz Pannonien (Ober- Pannonien) und hat an deren Geschichte theilgenommen. An Römerspuren ist kein Mangel und das Comitat ist eine wahre archäologische Fundgrnbe für jene Zeit. Die älteren Funde sind im Ungarischen Nationalmuseum, die jüngeren in der Antiquitätensammlung des Eisenburger Comitats aufbewahrt. Von diesen sind zu erwähnen die im Lande sonst seltenen altchristlichen Grabinschriften mit dem Monogramm Christi, welche die Verbreitung des Christenthums in dieser Gegend im lV. Jahrhundert bezeugen. Nach den Römern kamen die Hunnen, aus deren Zeit, beziehungsweise aus der Zeit der Völkerwanderung, auf Pußta Potyi in der Nähe von Eisenburg (1877) Schwerter gothischen Ursprunges
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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