Seite - 371 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Bild der Seite - 371 -
Text der Seite - 371 -
371
Handpressen, und 13 Zeitungen. Auch das Vereinswesen ist sehr lebhaft; wir erwähnen
hier nur den archäologischen Verein, mit einer Sammlung von Alterthümern im bischöflichen
Palais, die auch von ausländischen Gelehrten oft besucht wird. Zahlreich sind die
Humanitäts- und Wohlthätigkeitsanstalten. Unter den Fabriken finden wir: zwei für
landwirtschaftliche Maschinen, mehrere Ziegeleien, Cement-, Seifenfabriken u. f. w.
Steinamauger ist der Mittelpunkt der Comitats-Eisenbahnen. Der Sprache nach war die
Bevölkerung vor 40 Jahren noch gemischt, jetzt ist sie fast durchaus magyarisch. Ihr Kern
besteht aus Gewerbs- uud Kaufleuten, zum kleineren Theil aus Ackerbauern.
Einer der anziehendsten Theile des Bezirkes von Steinamanger ist die Gegend
längs der Güns von Apäti bis Szecseny, eine mit Hainen und Parks geschmückte
Strecke vou 30—40 Kilometer, wo sich Dorf an Dorf reiht. Das Gelände des Günsslusses
(Gyöngyös), wo die Schloßparks von Gyöngyös-Apati, Hereny, Kamon, Szöllös, Bogat,
Heiligenkrentz (Szeut-Kereßt), Olbendors (Szeut-Löriucz) und Baköfa grünen, gleicht
einem aumuthigeu Garten. Das Schloß zu Bogät enthält 52, mit modernem Geschmack
eingerichtete und mit Familienporträts geschmückte Zimmer; es gehört jetzt dem Grafen
Coloman Festetits. Nahe bei Steinamanger sollen iu Nareiu (Närai) Kaiser Nero (villa
Neronis), in Söpte Kaiser Septimins, in Hereny der Patrizier Herennius Landhäuser
besessen und diesen Gemeinden ihre Namen hinterlassen haben. In Hereny befindet sich
jetzt eine Sternwarte der Brüder Gothard. Die erwähnenswerthen Ortschaften des Bezirkes
sind folgende: Gyöngyös-Apäti, im XVI. Jahrhundert Besitz der (bereits erloschenen)
Familie Chemetey, später der Familie Szechenyi. Jaäk, ehemals Abtei des Beuediktiuer-
ordeus; seine berühmte Kirche aus der Ärpädeuzeit, Mitte des XIII. Jahrhunderts
(1256 geweiht), wurde in diesem Bande bereits in Wort und Bild geschildert. Als
Soleyman von Steinamanger abzog (1532), zerstörte er auch Jaäk. Später ging die Abtei
in weltliche Hände über. Die Familie Erdödy theilte deren Güter in zwei Theile, aus
deren einem sie die Abtei von Peezöl bildete. In Eberan (Mouyorökerek) erbaute die
Familie Ellerbach im XIV. Jahrhundert ein Panlinerkloster, das keine Spur hinterlassen
hat. Von Monyorökerek haben die Erdödy ihr Prädikat. Am Ende des XVI. Jahrhunderts
ist Georg Zriuyi Herr von Eberan, wie auch von Rothenthnrm (Vörösvär) und Weppen-
dors (Vep), die jetzt auch Erdödy'scher Besitz sind. In Pernau (Pornö) hatten die
Eistercienser ein Kloster, das durch Ban Esepän zu Anfang des XIII. Jahrhunderts
gegründet wnrde. Es gehörte eine Zeit lang zur Abtei von St. Gotthard, ging aber 1643
an die Jesuiten von Ödenbnrg über. Der Name Pernan oder Bärenau läßt darauf
schließen, daß iu den dortigen dichten Wäldern einst Bären hausten. Meszlen ist eine
Eompossessoratsgemeinde. Aesäd ist Besitzthum der Szegedy. In Weppendors (Vep)
bewundert man Schloß und Park der Familie Erdödy. Unweit liegt Biudiug (Böd),
St«
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Band 16
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Ungarn (4)
- Band
- 16
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1896
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.18 x 21.71 cm
- Seiten
- 616
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch