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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 395 -
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Allein der Hienz ist kein Stubenhocker, lebt genügsam nnd braucht kein geräumiges Heiin. Sein Viehbestand füllt nur eine» kleinen Stall, und auch das Preßhaus, ein an manchen Orten charakteristischer Bestandtheil seines Hoses, wird überflüssig, wo sein Weingarten von durchschnittlich 50 „Pfund" (190 Pfnnd 4 bis 8 Joch) der Phylloxera zum Opfer gefallen ist. Seine Ernte braucht auch keine allzu große Scheuer, denn Bauern mit einer ganzen Session sind selten. (Eine Achtelsession ist in der Ödenburger Gegend 3 bis 7 Joch groß.) Das Hienzenhaus zeigt, je uach der Baustelle uud den Verhältnissen der Bewohner verschiedene Formen, hat aber in seiner einfacheren und ursprünglicheren Gestalt im Allgemeinen den Typus des oberdeutschen Bauernhauses bewahrt. Die früher zumeist alleiiistehendeu, ganz geschlossenen Höfe reihen sich jetzt auf schmalen Hausstellen als längere Gassen hin; zuweilen ist ein Hof zweien gemeinsam. Früher waren es Holzhäuser, jetzt sind sie znmeist aus Stein nnd mit Dachziegeln oder Schindeln gedeckt. In den Dörfern der Günser Gegend haben gewöhnlich drei Seiten der Hausstelle ein fort- laufendes Dach. Unter diesem öffnen sich, in der Mitte der Gassenseite, Thor und Thür. Die rechte Seite bildet das Wohnhaus, das seine Giebelwand der Gasse zukehrt; ihm schließt sich hinten, im rechten Winkel, die mitunter schon an die Bergseite gelehnte Scheune an. Die Hofseite des Wohnhauses entlang läuft erhöht der von hölzerne» (mitunter gemauerten) Säulen gestützte Hausgang („Gräd'n"). Von hier aus betritt man das bisweilen mit Geschirrbrettern geschmückte Vorhaus („Lab'm"). Dieses ist mit der fensterlosen, den offenen Herd enthaltenden Küche durch eine große, thürlose Öffnung verbunden, die, oben durch einen Balken („Mandlpam" — Mantelbaum) abgeschlossen, ohne Zweifel ein Überbleibsel des früheren Kaminhalses ist. Aus dem Vorhause tritt man rechts in die oft gedielte Stube und hat gegenüber zwei Gassenfenster, rechts ein Guckfensterchen uach dem Hofe. Da steht in einer Ecke der schwarze, nnßhölzerne Tisch mit zwei Laden, er hat neben sich zwei Bänke uud über sich ein Schüsselbrett. Gegenüber steht der Ofen mit der beliebten Ofenbank; daneben das hvchgethürmte Bett, meist mit einem Himmel, der Stolz der Hausfrau. Weiteres Linnen sammelt diese in der ans Füße gestellten Gewandtruhe und im Schrank. Kleider werden auch auf die unter der Balkendecke hängenden Stangen gebreitet. Links vom Vorhause liegt die durch eiu Fenster erhellte Speisekammer („Kitting", vielleicht — Gehüttnng). Sie war im vorigen Jahrhundert, als man noch nicht aus Stein baute, ein alleinstehendes Häuschen, dessen dick mit Lehm verschmierte Wölbung und Wände eine gewisse Feuersicherheit boten. Vom Hausgang steigt jenseits der Vorhansthüre eine Treppe auf den Boden hinauf und in den Keller hinab, nnd vom Hausgang öffnet sich auch die Thüre des fensterlosen Stalles. Hinten ist die Tenne, die man dnrch ein Thor betritt, daneben links die Scheuer („Stad'l"),
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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