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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 399 -
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399 der untere der Frau; wessen Stück früher schimmlig wird, stirbt früher. Dann muß sie einen Topf Kraut einsalzen, um eine gute Hausfrau zu werden. Endlich schaut sie in den Backofen, nm sich nicht zu den Eltern heimzusehnen. Der Jahreskreis . Bei dem ersten Austrieb im Frühling schneidet man dem Vieh etwas Haar zwischen den Hörnern weg, damit es nicht stößig sei. Zu dieser Zeit bedeutet es Glück, wenn das Vieh ein auf die Schwelle des Stalles gelegtes Ei nicht zertritt. Beim Heimtreiben im Herbst, am Martinitag, trägt der Hirt eine „Mirtengart'n" (Martiniruthe) in die Häuser und wünscht damit Glück. Beim Säen wird auf den Sack mit Saatkorn Erde gelegt, um gute Ernte zu erhalten; wird der Knoten des Tuches, in dem man das Saatkorn hält, nicht aufgebunden, so wächst kein Unkraut. Einen Getreidehalm mit zwei Ähren zu finden, ist Glück. Gegen Hagelschlag ist es gut, die drei ersten Hagelkörner ins Fener zu werfen. Umhegt man den Acker mit einem aus Pfähle gebundenen Faden, den mau mit einer aus Schmeer und Schießpulver bereiteten Salbe bestrichen hat, so wird innerhalb des Fadens nicht Maus, noch Vogel Schaden anrichten. Nach der Leinaussaat ißt man mit Leinöl bereiteten Kuchen, um viel Flachs zu erhalte». In der Nacht des Thomastages („reichi Nacht") geht man auf den Kreuzweg und horcht; woher Gesang schallt, da wird in diesem Jahre geheiratet werden, uud woher ein Klopfen tönt, dort steht ein Begräbniß bevor. Am Jakobstage darf man kein Brot backen, denn das Fener schlägt zum Ofen heraus. Auch das Bleigießeu („Leseln") ist bekauut, desgleichen das Karbatscheu am Tage der unschuldigen Kindlein, um sich die Gesundheit zu sichern. Am Dreikönigstag kommen 9 Gänge auf den Tisch, daruuter gedörrte Birnen. Von jedem Gang wird etwas für die „Bndlfrau" (andern Ortes „Lutzlfrau") aufgehoben, welche an diesem Abend die Kinder besucht, wie anderwärts der Nikolo oder Krampus. Durch ein Dorf, in dem während des Faschings keine Hochzeit stattgefunden hat, wird ein Block gezogen (das „Blockziehen"). Am Aschermittwoch wird der Fasching begraben, indem man unter allerlei Eeremouieu den größten Kranz des Tanzsaales einscharrt. Am Johannistag werden Hollunderblüten auf Krapfenart ausgebacken; auch zündet man Feuer au wie zu Ostern uud Pfingsten. Das Osterfeuer verbrennt mit dem Weizenstroh auch den Weizenbrand. Ostersonntag nachmittags ist „Griangehn", das heißt die Hanslente gehen aufs Feld und beten bei jedem Acker. Die Protestanten stecken das Schulterblatt eines Schweines in die Erde, damit der Weizen fett werde, die Katholiken aber Weidenkätzchen gegen den Hagelschlag. Am Vorabend von Pfingsten wird mit der Peitsche geknallt; wer am erste» Pfingsttage zuletzt aus dem Bett ist, wird „Pfingstlukeu" (Nachhatscher) genannt. Der Frühling heißt „Auswärt", der Herbst „Hirist". Sonstiger Volksglaube. Das am Souutag nach Neumond geborene Kind („Neusonntagskiud") sieht Alles; im Dunkeln kann ihm viel Böses zustoßen („augradig").
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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