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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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402 erreicht es bei der Rosalienkapelle, 746 Meter über der Adria. Die Aussicht von hier ist überaus lohnend. Südwestlich erblickt man das letzte gewaltige Massiv der steierischen Alpen, den Wechsel (Hoher Umschluß, 1738 Meter), im Westen das äußerste, fast immer schneebedeckte Haupt der österreichischen Alpen, deu Schueeberg bei Wiener-Neustadt, mit einem Gewühl von Kuppen hinter sich; vor dem Schneeberg die steilen Abstürze der Hohen Wand; nördlicher die mannigfaltige Gebirgswelt des Wiener Waldes und die östlich von diesem hingelagerte Ebene des Wiener-Neustädter Beckens mit ihren zahllosen Ortschaften; dann an der Landesgrenze die ganze Kette des Leithagebirges, hinter dem der Hnndsheimer Kogel und noch weiter die kleinen Karpathen blanen; östlich hat man gerade zu Füßen den langen Grat des Ödenburger Gebirges mit den kurzen, aber steilen Seitengraten, die es nach Norden vorschiebt; jenseits Ödenburgs blinkt der Spiegeldes Neusiedler Sees, hinter dem die Ebene zu beiden Seiten der Donau hingebreitet scheinbar endlos mit dem Horizont verschmilzt. Auch im Süden wimmelt ein Durcheinander von Kuppen, die Schomlauer und Bakonyer Berge. Von diesem Knotenpunkte strahlt ostwärts, mit einer leichten Abschwenknng nach Süden, das Ödenburger Gebirge aus, dessen Grathöhe von 600 Meter immer mehr sinkt, bis es südlich der Stadt Ödenburg mit dem 275 Meter hohen Harkaner Kogel endet. Diese Kuppe wird wegen ihrer regelmäßigen, mützenförmigen Gestalt von Vielen für einen künst- lichen Hügel gehalten, ist aber doch nur eine alleinstehende Masse von glimmerhaltigem Gneis. Der Hügelrücken am Neusiedler See beginnt nördlich von Kohlenhof (Köphaza) mit dem 225 Meter hohen Steinberg und zieht dann dem Seeufer parallel nordwärts bis Oggan (Oka). Der dein See zueilende Kroisbach (Räkos) schneidet ihn entzwei; der kleinere, südliche Theil heißt Zarhalm, welcher Name aus die ersten Jahrhunderte des Magyaren- thums zurückweist; seine Übersetzung hat sich im „Kohlenberg" (Kahleuberg) südlich vom Finkenkogel erhalte». Sein höchster Punkt ist der Finkenkogel (260 Meter), der nördliche Theil erreicht im Hausberg 283 Meter. Dieser Hügelzug hat eiu Grundgebirge von krystallinischem Gestein, das größtentheils von Leithakalkstein bedeckt ist; dieser wird in den berühmten Steinbrüchen von Kroisbach und St. Margarethen (Margita) gebrochen. Aus den hier geschnittenen Quadern sind große Wiener Bauten, wie die neue Universität, die Hofmuseen, das Rathhaus, der Justizpalast u. s w. errichtet. Der treffliche Steiu war fchou den Römern werth und sie legten zahlreiche Steinbruche an; einer von diesen, auf dem Gipfel des Hölzlstein, nördlich von Oggau, läßt ihr Verfahre» deutlich erkennen. Das Geröll der krystallinische» Gesteine bildet eine Kiesablageru»g, welche (beziehungsweise ihre Verwitteruugsproduete) fast überall de» Untergrund für den berühmten Rnßter Wein bildet.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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