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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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403 Das Leithagebirge (Lajta-Hegyseg) an der Nordwestgrenze des Comitats ist ein isolirtes Gebirge, das von Südwest nach Nordost zieht. Sein westlicher Fuß wird vom Leithaflnß, der östliche vom Vnlkabach bespült. Die Landesgrenze läuft zumeist deu Gebirgsgrat entlang; der Gebirgsrücken ist sehr gut entwickelt, so daß die Höhenunter- schiede sehr gering sind. Deshalb führte bis iu die neueste Zeit keiue Fahrstraße hindurch. Die höchsten Punkte sind der östlich vom Hirschberg (Szarvkö) aufsteigende Sonnenberg (480 Meter) und der Buchkogl (442 Meter) nordöstlich von Eisenstadt (Kis-Marton). Der krystallinische Kern des Leithagebirges besteht vornehmlich aus Glimmerschiefer und Gneis, worauf sich Quarzit gelagert hat, der seinerseits von Dolomit und Kalkstein überlagert wird. Unter den vielen Steinbrüchen ist besonders der Müllendorfer (Szärazväm) zu erwähnen, dessen harter Kalkstein nach Wien geschafft wird; die dortige Votivkirche ist fast ganz aus ihm erbaut und seine härtere Sorte eignet sich auch zu plastischen Arbeiten. Der übergelagerte weiße, ganz kreideartige Kalk dient zur Herstellung des sogenannten „Wiener Weiß", das bis in ferne Länder geht. Hier wird in der Lenk'fchen Steinbruchanlage auch Kalk gebrannt. Im Jahre 1893 wurden 173 Waggons Kalk und 63 Waggons gefchlemmte Kreide nach Nieder- und Oberösterreich, Mähren, Böhmen, ja selbst Bosnien und Rumänien verfrachtet. Der weiter östlich gelegene Steinbruch von Eisenstadt am Berg (Kismartonhegy) ist vielleicht der älteste im ganzen Lande. Aus seinem Stein wurde zum Theil der Wiener Stephansdom erbaut, desgleichen der Dom zu Preßburg, die Benediktinerkirche zu Ödeuburg u. s. w. Doch geht der gute Steiu bereits zu Ende und es wird fast nur noch Material für Häuserbau gebrochen. Auch die Steinbrüche von Breitenbrnnn (Szelesküt) haben einen gnten Namen, sie liefern meistens Steine für plastische Arbeiten. Mit dem Ödenburger Gebirge hängen geographisch die Landseer (Länzser) Berge zusammen, die jedoch einen anderen geologischen Bau haben. Sie sind nämlich ans krystallinischen Schiefern bestehende Basaltmassen, die sich am Ende der Tertiärperiode emporgeschoben haben. Ihre größte Höhe ist der Panliberg, auf dessen Gipfel sich aus einem Wust riesiger Bruchstücke von Basaltsäulen zwei mächtige Pyramide» erheben. Mit der östlichen erhebt sich der Berg bis zu 730, mit der westliche» bis zu 755 Meter. Dies ist also zugleich der höchste Punkt des Ödenburger Comitats. Im Ödenburger Gebirge finden sich zwei tertiäre Braunkohlenlager. Das zu Breuuberg wird seit 1792 ausgebeutet und ist Eigenthum der Stadt Odeuburg; es hat eine Ausdehnung von 4 931 Quadratkilometer und liefert jährlich 800 000 Metereeutuer vortrefflicher Braunkohle. Das andere, 1 172 Quadratkilometer groß, liegt südlicher, bei Nitzing und gehört dem Fürsten Eszterhäzy. Es wird erst in neuerer Zeit ausgenützt nnd liefert 30.000 bis 40.000 Metereentner jährlich. Nenestens will eine Actiengesellschaft durch 26»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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