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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 405 -
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405 steile Vorknppen gliedern. Eine Menge Rinnsale und Bäche laufen durch die Thäler, einerseits nach dem Neusiedler See und dem mit diesem verbundenen Hansag, andererseits der Rabnitz zu. Was an der Westseite des Rosalieu- und Leithagebirges entspringt, strömt zur Leitha hinab; eiue der Hauptadern für die Wässer der Ostseite ist der Vnlka- bach. Dieser entspringt nördlich der Rosalienkapelle, an der nach Burg Forchtenstein führenden Straße, aus dem wasserreichen Blankelei ten-Brnnnen, fließt im Allgemeinen von Südwest zu Nordost und fällt jenseits der nördlich von Oggan gelegenen Seemühle in den Neusiedler See; er hat dort im Lauf der Jahrhunderte die Ogganer Heide gebildet, die sich als ungegliederte Halbinsel in den See hinausbaut. Unterwegs nimmt die Vnlka eine Menge Gewässer auf, die ans dem Rosaliengebirge, aus der Hügelgegend zwischen dieseni und dem Leithagebirge, vom südöstlichen Abhang des Leithagebirges und aus dem Hügelland zwischen der Hügelgrnppe von Baumgarten (Kertes) uud dem Rnßter Hügel- rücken vom Leithagebirge kommen. Seine Mulde scheidet den Neusiedler Hügelrücken vom Leithagebirge. Südlich von dieser Mulde entspringt der Kroisbach (Räkos), der den Neusiedler Hügelrücken durchbricht, um dem See zuzueilen. Der Neusiedler See (Fertö) ist nach dem Plattensee der größte See Ungarns. Sein breites, längliches Becken zieht zwischen den Comitaten Ödenbnrg und Wieselburg von Nord zu Süd. Seine größte Länge beträgt 36, die größte Breite 15 Kilometer; am schmalsten, 6 5 Kilometer, ist er in der Mitte. Sein Flächeninhalt ist beim höchsten Wasser- stande 335 Quadratkilometer, seine Höhe über dem Meeresspiegel 116 Meter. Seiu Charakter ist entschieden der eines Alsöldsee's, der Grund sehr eben, das Wasser sehr seicht, durchschnittlich 1 bis 2 Meter tief. Am tiefsten war er in den Jahren 1883 und 1884, als er den höchsten bisher bekannten Wasserstand erreichte: vier Meter zwischen Rnßt nnd Neusiedl (Nezsider), drei Meter zwischen Rußt uud Kroisbach und noch südlicher zwei Meter. Gegenwärtig ist er so seicht, daß man ihn überall durchwaten kann. Über seine Entstehnng laufen allerlei seltsame Sageu um; man spricht von sechs, ja zwölf Ortschaften, die das Wasser verschlungen haben soll. Andere führen seinen Ursprung und wechselnden Wasserstand auf die Donau zurück; er soll mit eiuem ihrer österreichischen Strudel iu Verbindung stehen. Verschiedene Gegenstände, welche die Donau verschlungen, sollen im Nensiedler See ansgetancht sein. Thatsache ist, daß die Wassermeuge sich oft änderte, ja es gab Zeiten, wo das Becken ganz austrocknete. In Urkunde» des XIII. und XIV. Jahrhunderts kommt die Bezeichnung „tluvms kerten-, Fertöflnß, oft vor; andere Urkunden dieser Zeit nennen ihn freilich „lacus* (See) oder einfach (Wasser), wobei aber zn bemerkeu ist, daß damals auch Mauth auf ihm erhoben wurde. So verleiht der Sohn Georg Csäks, von 1235 bis 1240 Obergespan des Ödeuburger Comitats, die Manch des Neusiedler See's dem Cistercieuserkloster von der heiligen Maria.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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