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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 406 -
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400 So erhielt die Stadt Ödeuburg die Hälfte dieser Mauth von den Königen Bela IV., Stesau V. und Ladislans IV., um dafür die Stadtmauern aufzubauen, beziehungsweise wiederherzustellen, und in diesem Nutzgenuß wurde sie durch Andreas III. uud Karl Robert bestätigt. Nach alledem muß der damalige Verkehr auf dem See sehr lebhaft gewesen seiu, was nur denkbar ist, wenn der See damals wirklich ein schmales Wasser war; seit seiner Füllung in neuerer Zeit war er nämlich eher ein Verkehrshinderniß und belebte sich erst im Winter, wenn er so fest gefror, daß er Fuhrwerk aushielt. Um die Mitte des XVI. Jahrhunderts sank der Wasserstand so, daß es sogar Wien merken mußte, da die sonst wöchentlich verkehrenden Fischsnhrwerke aus der Seegegeud ausblieben. Im Jahre 1568 wnrde eine Commission entsendet, nm den Grnnd dieses Sinkens festzustellen; als solcher wurde ermittelt, daß die Witwe Thomas Nädasdy das Wasser der Rabuitz uicht mehr, wie früher, in den See, sondern flußabwärts fließen lasse. Die Deputation rieth also der Hofkammer, für den Abfluß der Rabuitz in den Neusiedler See zu sorgen, damit dieser sich wieder fülle nnd den Wiener Fischmarkt versorge. Auch im XVIII. Jahrhundert trat niederer Wasserstand ein; 1738 konnte ein Böttcher aus Rußt den See dnrchwaten. 1804 stieg er wieder, von 1855 an jedoch begann er neuerlich zu fallen, bis 1866 das Wasser völlig schwand. Nun begann eine starke Effloreseenz von Soda und Glaubersalz, dessen Stanb der Wind weit ins Land trug. Alleiu schon 1869 zeigte sich wiederum Wasser und 1876 war das Seebecken bereits fast ganz gefüllt, ja in den ersten Achtziger-Jahren voller als je. Von 1886 an sank das Wasser neuerdings, und um so rascher, je mehr die Nabuitzregulirung fortschritt. Schou im Winter 1892 bis 1893 war es so niedrig, daß der See bis auf deu Grund zufror, so daß alle Fische zu Gründe gingen. Gegenwärtig plant man seine völlige Entwässerung, was aber keinen besonderen Vortheil für die Gegend bedeuten würde, da nach Dr. Josef Szabö der ackerfähige Boden nicht mehr als 60 Quadratkilometer ausmacht,, die übrigen 270 Quadratkilometer aber völlig uubrauchbares Laud wären. Nach der Ansicht des Geologen Ludwig Telegdi-Röth wäre die völlige Trockenlegung sogar schädlich für den Wein- und Ackerbau der Gegeud. Das ausgetrocknete Seebett wird jetzt archäologisch durchforscht, wobei auf der Ödeuburger Seite, etwa 2000 Schritt einwärts vom alten Ufer ein Gebiet entdeckt wurde, wo Scherben vvn römischen Gefäßen nnd Ziegeln haufenweise zn finden sind. Ans der Ostseite, in der Gemarkung von Szöplak, wurden etliche 100 Schritt einwärts vom Ufer römische Backsteingräber gefunden. Am südlichen und südöstlichen User und seewärts davon findet man hänfig Gegenstände ans der Steinzeit, namentlich geschliffene Steiu- meißel nnd Äxte. Viele schlössen daraus auf Pfahlbaute», doch ist diese Frage noch nicht zu löse».
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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