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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 418 -
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418 und dient, wie schon König Karl Robert bemerkte, gleichsam als Thor des Landes gegen die deutsche Grenze hin. Schon in vorrömischer Zeit hatte diese Gegend eine größere keltische Eolouie, deren Namen Searbant die Römer mit latinisirender Endung beibehielten; auch das slavische Supruu sowie das ungarische Sopron gehen darauf zurück. Doch war das Gebiet schon lange vor den Kelten bewohnt. Bei verschiedenen Bauarbeiten wurden zahlreiche Grubeu aufgedeckt, aus deren Inhalt (Steiugerätheu, Scherben, Knochenfragmenten, Kohlen- uud Aschenresten) hervorging, daß sich in der neueren Steinzeit hier eine Wohnstätte befunden hat. Auch an den Abhängen südlich der Stadt kamen solche Grubenwohnungen vor. Aus der folgenden Kupfer- und Bronzezeit gibt es nur vereinzelte Funde, desto mehr aus der Hallftatter Periode (1000—400 v. Chr). Sie hat im eigentlichen Ödenbnrger Gebirge zahlreiche Denkmäler hinterlassen, die meisten auf dem Grat des 478 Meter hohen Burgstallberges, wo sich eine der ausgedehntesten Niederlassungen aus der Hall- statter Periode in ganz Mitteleuropa befindet. Der Gipfeltheil ist mit einem Wall von zwei Kilometer Länge umzogen und dieser noch durch Außendämme verstärkt. In dem Walde südlich von diesem geschützten Orte wölben sich Hunderte von Grabhügeln, die namentlich an Thongefäßen der verschiedensten Form und Verzierung reich sind. (S. das Bild Seite 87.) Die Hallstatter Funde von Ödenburg sind, wie heute festgestellt ist, älter als die niederösterreichischen der nämlichen Periode. Die der Hallstatter folgende La Tene-Periode weist gleichfalls zahlreiche Funde auf, deren schönste vom Wienerberg stammen. Die Beweise, daß die hiesigen Bewohner der Hallstatter Periode thrakisch-illyrische Völker waren, mehren sich von Tag zn Tag, wogegen die La Tene-Zeit mit der Niederlassung der Kelten zusammenfällt. Aus der Vermischung dieser Völker entstanden die Pannonier, die zu Anfang unserer Zeitrechnung unter die Herrschaft der Römer gelangten. Hunderte von Niederlassungen im Comitate bieten Belege dafür, daß die älteren Bewohner mit den Eroberern zusammen lebten; daher findet man an vielen Orten Gegenstände der Hallstatter, La Tene- und Römer- zeit nebeneinander. Aus der großen Zahl der Ansiedlnngen ist auch ersichtlich, daß das Comitat schon in der Urzeit dicht bevölkert war. Unter den Römern war Scarbantia anfangs oppiäum, später municii>imn. Es hatte auch Dnnmvirn, was durch marmorne Jnschrifttafeln, die bei dem Bau des neuen Rathhauses zu Tage kamen, bewiesen ist. Unter den Resten aus der Römerzeit sind das Interessanteste die Bruchstücke jener Riesenstatuen, die auf dem Baugrund des Rathhauses 4 Meter unter dem jetzigen Niveau auf dem Estrich eines schön gemalten Saales gefunden wurden. Sie sind von Künstlerhand aus herrlichem Marmor gehauen, waren jedoch arg zugerichtet und zum Theil auch durch Feuer beschädigt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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