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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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420 Nach der Völkerwanderung erscheint der Name der Stadt zuerst als „Oudiuburch" und „Odinburch" in dem Douatiousbrief Ludwigs des Deutscheu vom Jahre 845. Die Ärpäden kamen oft nach Ödenbnrg, das zu Anfang des XIII. Jahrhunderts ein Salz- stapelplatz war. Zu dieser Zeit befindet sich da auch eine „Präeeptur" oder ein „Convent" des Johanniterordens, der als „loeus ereäibilis" galt. Der Tatareneinfall nahm die Stadt arg mit und Friedrich der Streitbare, Herzog von Österreich, benutzte die Be- dräuguiß Belas IV., um sich Odeubnrgs zu bemächtigen, mußte es aber bald wieder herausgeben. Auch die folgenden Zeitläufte brachten viel Kriegsnoth, bis mit dem XVIII. Jahrhundert die friedliche Entwicklung eintrat. Der neuere Aufschwung begann in den Fünfziger-Jahren unseres Jahrhunderts und hat sich seit der Wiederherstellung der Verfassung mächtig gesteigert. Wenn man von Raab her mit der Eisenbahn ankommt, gelangt man zuerst auf den Deäk-Platz, diese reizende Promenade zwischen zwei Reihen schmucker Häuser, unter denen der Bau der höheren Töchterschule stattlich hervorragt. Auf dem Szechenyi-Platze steht das große Cafinogebäude. Bemerkenswerth ist ferner das 1557 gegründete evangelische Lyceum, mit Obergymnasium und theologischer Facnltät, sowie einer Bibliothek von 21.000 Bänden. Viele namhafte Patrioten haben da ihre Ausbildung erhalten, unter ihnen Johann Kis, Gründer der „Soproni türsasüZ" (Ödenburger ungarische Gesellschaft), der ausgezeichnete Dichter Daniel Berzsenyi, Gabriel Döbrentei, erster Secretär der ungarischen Akademie der Wissenschaften n. f. w. Das städtische Theater, in dem abwechselnd ungarisch und deutsch gespielt wird, ist ein Bau von edler Einfachheit. Auf dem Platze davor steht die Bronzebüste des im Comitate geborenen Franz Liszt. Hier erhebt sich auch das elegante Gebäude der katholischen Volksschule. Die Theatergasse führt zu der schönen evangelischen Volksschule und weiter zur evangelischen Kirche. In Ödenbnrg befindet sich einer der höchsten Thürme Ungarns (60 7 Meter), der schon gar vielen Stürmen getrotzt hat. Seine drei Abschnitte tragen das Gepräge dreier Epochen. Der untere ist ein massiver Cylinder aus der Ärpädenzeit; der mittlere, achteckige gehört der Renaissance an. Verbunden sind beide durch ein prächtiges, arkadengeschmücktes Mittelglied, von dessen Bogengang man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebung genießt. Der oberste Theil des Thurmes, das Dach, ist nach dem furchtbaren Brande im Jahre 1676 erbaut. Am Rathhausplatze steht das neue Rathhaus und diesem gegenüber das Eomitatshaus, ferner die Benediktinerkirche, die nebst anderen künstlerisch interessanten Bauten der Stadt in dem Aufsatz über die Baudenkmäler rechts der Donau gewürdigt wnrde. Die Häuser an diesem Platze gehören meist dem XV. Jahrhundert an und ihre mit Säulen-Loggien geschmückten Höfe machen einen vornehmen Eindruck. Eines derselben enthält das städtische Archiv, eine förmliche Schatzkammer von Daten über die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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