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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 428 -
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428 Militär-Unterrealschule. Hier ist auch der berühmte Wiener Anatom Josef Hyrtl geboren, dessen Geburtshaus eine Gedenktafel trägt. Burg Hornstein (Szarvkö) erhebt sich am jenseitigen Abhang des Gebirges, auf einem schmalen, aber steilen Seitengrat. Nordöstlich davon liegt der berühmte Wallsahrts- ort Loreto; seine Kapelle wurde durch die Herren von Stotzing, die Kirche durch den unglücklich endenden Franz Nädasdy erbaut. Auf der Ostseite des Leithagebirges liegt, nordöstlich von Eisenstadt, das kleine St . Jörgen (Szent-György), bemerkenswerth wegen römischer Funde (der Atilia-Stein, den das Volk für Attilas Stein ansah), weiterhin Donnerskirchen (Fehöregyhaza), Purbach (Feketeväros) und Brei tenbrunn (SMeskut), die nördlichste Gemeinde des Ödenbnrger Comitats. Die beiden letzten besitzen noch jetzt ihre Ringmauern und in Donnerskirchen und Breitenbrunn steht auf dem Markte auch noch der steingeschnitzte Pranger, an den die Diebe gestellt wurden. Gegen Süden liegen längs der Preßburger Landstraße die Ortschaften Gschieß (Sercz), Oßlop und St . Margarethen (Margita); längs des Neusiedler Sees aber gelangt man über Oggau (Oka) nach Rußt. Dies ist die kleinste Stadt Ungarns mit geordnetem Magistrat, führt den Titel einer königlichen Freistadt und hat 1548 Einwohner. Einst war sie durchaus magyarisch und kommt in den Urkunden des XIV. Jahrhunderts noch unter dem Namen Szil vor. Noch weiter südlich folgt Mörbisch (Medgyes) mit interessanten Bauern- häusern, wo säulengetragene Treppen zu den Wohnungen hinanführen. An der Westseite der nach Kroisb ach (Räkos) führenden Straße liegt das Mithräum, ein aus der Römer- zeit erhalten gebliebenes Heiligthum, wo dem Mithras geopfert wurde. Etwas oberhalb von diesem stand auf einem Berggipfel die Burg Katzenstein (Maeskakö), die, nachdem sie von den Zsebräk-Banden genommen worden, im XV. Jahrhundert die Geißel der Gegend war, bis sie von den Ödenbnrgern völlig zerstört wurde. Es ist keine Spur von ihr geblieben. In Kroisbach hat der Raaber Bischof ein Schloß; am Ufer des Baches, der das Dorf durchströmt, steht an der Preßburger Landstraße der Riesenbau des Straf- hauses, einst Zuckerfabrik. An dieser Stelle befand sich in der Bronzezeit, wie später in der römischen, eine Niederlassung. In der südwestlichen Ecke des Neusiedler Seegeländes liegt Wolfs (Balf), einst dem Geschlechte Csak gehörig, aber seit Anfang des XIV. Jahr- hunderts Eigenthum der Stadt Ödenbnrg. Südöstlich von Forchtenstein gelangt man über waldige Berggrate nach Sieg- graben (Szikra) und von diesem südlich nach Ober-Petersdorf (Felsö-Peterfa), einst Besitzthnm des Geschlechtes Petnr. Im Tannwald des zwischenliegenden Grates finden sich urzeitliche Grabhügel. Längs des Schwarzenbaches erreicht man im Thale Burg und Ortschaft Kobersdorf (Kabold, ehemals Kobolt, Eoboltstorph), dessen Spur sich schon im XIII. Jahrhundert findet. Ursprünglich war die Burg ein Viereck mit vier Eckthiirmen;
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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