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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 430 -
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430 Landsee war also eine der stärksten Grenzvesten Ungarns und steht als Bau würdig zwischen Forchtenstein und Lokenhans (im Eisenburger Comitat). Seine Entstehung fällt wohl ins XII. Jahrhundert. Seit 1612 ist es in Esterhäzy'schein Besitz. Die westlich der Burg gelegene gleichnamige Ortschaft hat die höchste Lage im Comitat (620 Meter) und ist von einer Basaltkuppe überragt, welche die Ruine eines 1701 gebauten Camal- dnlenserklosters trägt. Burg Landsee selbst fiel 1772 einem Brand zum Opfer und blieb dann ganz vernachlässigt, so daß sich die Gemeinde aus ihr mit Quader- und Backsteinen versorgte. Die Mauern sind mit Birken und Tannen bewachsen, die der Vernichtung einen Schein von Leben verleihen. Die Aussicht ist herrlich, sie rechtfertigt den Namen, denn sie gibt viel Land zu sehen. Östlich und südlich von Landsee bis an die Grenze des Comitats liegt der jetzige Pullendorser (Pnlyaer) Bezirk, ehedem die Lntzmans- bnrger (Lotschmanusburger, Loesmänder) Burggespanschaft. Der Ort „Lutschburg" (Locsmäud) kommt schon 1137 vor; er wurde durch König Geza II. nebst dem nord- westlich gelegeneu Gerisdors (Gyirot) und dem südwestlich liegenden Särod, dem heutigen Frankenan (Franko, nach der Familie Frank benannt) den deutschen Rittern Albert und Gottfried geschenkt. Mit ihnen prozessirte im Jahre 1171 wegen dieser Güter der Lutzmauusburger Burghanptmann Jvänka, doch wurden sie dnrch Stephan III. in ihrem Besitze bestätigt. Bela IV. verlieh im Jahre 1263 die gauze Burggespanschaft sammt der Burg Landsee dem Loreuz aus dem Geschlechte Aba. Die Lutschburg (Lutzmaunsbnrg) stand vermuthlich auf dem Hügel, wo jetzt die Kirche steht; Spuren hat sie nicht hinter- lassen. Diesseits von Lutzmaunsbnrg liegen im Thale des Stoober (Csävaer) Baches zwei ungarische Ortschaften: Ober- und Mittel-Pulleudorf (Felfö- und Közep-Pnlya), die in dieser von Kroaten und Deutschen bewohnten Gegend eine magyarische Insel bilden. Ober-Pullendorf ist jetzt Bezirkssitz. Erwähneuswerth ist noch die im nördlichen Theile dieses Bezirkes gelegene Ortschaft Nikitfch (Füles), mit einem Schloß der Grafen Niczky, die von Ebed, aus dem Geschlechte Jäk, abstammen. Das reiche Archiv dieser Familie wird in dem westlich gelegenen Schloß zu Nebersdorf (Likvänd) aufbewahrt. Nördlich von hier liegt Warasdorf (Szabad-Bäränd) und über dieses hinaus Raidiug (Doborjäu), der Geburtsort Franz Liszt's, der schon zum Ödeubnrger Bezirk gehört. Das Geburtshaus Liszts ist durch den Ödenbnrger Schriftsteller- uud Künstlerclub mit einer würdigen Gedenktafel bezeichnet worden. Östlich von Landsee, mit einiger Abweichung nach Norden, liegt in der Thalmulde das blühende Lackenbach (Lakompak). An seiner Ostseite steht die gleichnamige Burg, laut der Inschrift über dem Thore im Jahre 1618 durch Nikolaus Esterhäzy erbaut, der diese zu Landsee gehörige Besitzung mit seiner Gemalin Ursula Dersfy (Witwe des Franz Mägoesi) erhalten hatte. Dieser mehr schloß- als bnrgartige Wohnsitz schwebte schon 1620
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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