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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 432 -
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432 in großer Gefahr. Damals entsandte Gabriel Bethlens Commandant zu Ödenbnrg, Kaspar Sennyei, 2000 Reiter unter Stephan Hnßar gegen Lackenbach, denen sich noch Stephan Petnehäzi mit seinen Haidnken anschloß. Der eingeschlossene Burgherr Esterhäzy begauu bereits wegen Übergabe zu unterhandeln, als ihm am 30. September von Schwarzenbach her Dampierre zn Hilfe kam. Stephan Hnßär stellte die Seinen in Schlachtordnung und griff die Deutschen an, deren Musketiere jedoch seine Truppen in Verwirrung brachten, worauf Dampierre sie mit voller Kraft angriff und in die Flucht schlug. Die Gefallenen wurden am Tarrödy-Hügel begraben, wo noch heute das Grab- mal eines Bethleu Gabor'scheu Obersten, Matthias Tarrödy, in Stand gehalten wird. Geradeaus östlich von Lackenbach liegt Neckenmarkt (Nyek); hier steht noch ein Theil der alten Burgmauer, und mehrere alte stockhohe Häuser erzählen von schöneren Tagen. Ju seiner Gemarkung, wie überhaupt iu der ganzen Gegend, kommen viele römische Alterthümer vor. Noch weiter östlich folgt Dentfch-Krentz (Nemet-Kereßtnr) nnd nahe dabei die gleichnamige Burg, die durch eine Thorinschrift als Bau des Paul Nädasdy vom Jahre 1625 bekundet wird. Über dem Thore sieht man das Bild der heiligen Jungfrau und ein Fenster, über das folgende Sage geht: Die herrliche Tochter der Nädasdy war Braut. Als sie für den Gang zur Kirche augekleidet wurde, brach ein furchtbares Gewitter los. Die Braut stand mit bekränztem Haupte am Fenster und blickte hinaus, ob das Uuwetter noch lange währen möchte; allein der Himmel umzog sich immer schwärzer. Plötzlich barst die Wolke, ein Krach, ein Schrei — und die schöne Braut lag todt am Boden. Nahe bei Deutsch-Kreutz liegt das Dorf Ziukeudorf (Czenk), Besitzthum der Familie Szechenyi. Auf dem Kirchhofe steht eine in dorischem Stil erbaute Gruft, in der eine altarähnliche Marmorplatte das Grab Graf Stephan Szechenyis, des „größten Ungars" deckt. Dort ruht auch der große Erzbischof von Kaloesa, Graf Paul Szechenyi. Vor dem Kirchhofe steht eiue vom Grafen Stephan Szechenyi im Renaissancestil erbaute Kirche. Das gräfliche Schloß ist in edler Einfachheit gehalten und von einem englischen Park umgeben. Es enthält eine reiche Bibliothek und wissenschaftliche Sammlungen, meist von der ostasiatischen Reise des Grafen Bela Szechenyi. Von dem Vorgarten geht eine herrliche Lindenallee aus, die durch Gräfin Susanne Barköczy und ihren Gemal, Grafen Anton Szechenyi, im Jahre 1751 gepflanzt wurde. Sie ist drei Kilometer lang und in der Nähe ihres nördlichen Endes steht das Mansoleum mit dem kunstvollen Grabmal (von Kundmann), welches Graf Bela Szechenyi seiner Gattin, Gräfin Hanna Erdödy errichtet hat. Die Allee führt in ein Wäldchen, jenseits dessen auf einem erhöhten Punkte des den Neusiedler See überragenden Plateaus die Gloriette steht, wo Graf Franz Szechenyi sich am liebsten aufhielt. Sie bietet eine reizende Aussicht über das Seegelände.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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