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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 439 -
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439 Die Viehzucht hat quantitativ bei den Kleingrundbesitzern des ganzen Comitats abgenommen, und zwar nicht nur, weil das Hanyer (Hansager) Heu noch immer nach Wien verkauft und auf die Cultur der Futterpflanzen keine besondere Sorgfalt verwendet wird, sondern auch weil die Hutweiden unverhältnißmäßig eingeschränkt wurden und wiederholte Viehseuchen den Viehstand stark reducirt haben. Von Hornvieh ist der Allgäner Schlag der häufigste (in der Ungarisch-Altenbnrger und Karlburger Domäne) und bei dem Kleinbauer, der noch die gemeinsame Hutweide hat, das ungarische Hornvieh, während auf der Libeny-Szent-Miklöser Herrschaft Berner uud Simmenthaler Vieh gezüchtet wird und bei der Bürgerschaft der Marktflecken auch andere rothbunte Racen- krenzungen zu finden sind. Der Pferdebestand hat sich im Vergleich mit einst quantitativ am wenigsten geändert, qualitativ aber sehr verbessert. Das Gros des Bestandes (14.083 Stück) befindet sich in deutscher Gegend (englisches Halbblut und Nonius-Nachkommen), während in der kleinen Schütt mehr ein kleinerer Schlag arabischen Blutes verbreitet ist. Zur Hebung der Pferdezucht haben früher die in Parndorf abgehaltenen Wettrennen beigetragen, neuerdings sind die jährlichen Znchtprämiirungen und die durch den landwirthfchaftlichen Verein des Comitats ins Leben gerufene Fohlenweide zu Ungarisch-Altenburg förderlich. Schweine werden nur für den Hausbedarf gezüchtet. Bei dem Häuslervolk haben die Ziegen sehr überHand genommen, wogegen die einst blühende Schafzucht so weit gesunken ist, daß nnr noch in zehn Gemeinden Schafe gehalten werden. Eigenthümlicher Weise vermochte im Wieselburger Comitat die Industrie nicht Fuß zu fassen und sich zu befestigen, obgleich es an Versuchen nicht gefehlt hat. Schon unter Maria Theresia wurde in Wieselburg eine Tuchfabrik errichtet, die aber nicht gedieh und daher nach Preßbnrg verlegt ward. Auch die in den Dreißiger-Jahren zu Ragendorf gegründete Tuchfabrik hielt sich nicht lange. Ende der Vierziger-Jahre entstand in Szent- Miklös eine Zuckerfabrik, die auf eine Million Centner Rüben eingerichtet war und in jener Zeit zu den größten in Europa gehörte. Aber sie ging an dieser Großartigkeit zu Grunde, da sie ihren Umsatz nie über die Verarbeitung von 400.000 Centner Rüben zu steigern vermochte. Im Jahre 1854 legte Erzherzog Albrecht in Wieselburg eine größere Zuckerfabrik an, der zuliebe, um nur Rüben genug zu haben, sogar ein Wald ausgerodet wurde; aber auch diese erwies sich nicht concurrenzsähig und der Betrieb wurde 1872 eingestellt. Eine auf Rübenverarbeitung eingerichtete Spiritusfabrik ist in Gattendorf (Gäta), eine andere trefflich instruirte in Ürged thätig. Die größte und von Anfang an blühende industrielle Anlage im Comitat ist jetzt die Kühne'sche Maschinenfabrik und Eisengießerei in der Großgemeinde Wieselburg, in ihrer Art eine der ersten des Landes. Sie hat seit ihrem Bestände an Säemaschinen allein über 2000 in Ungarn und Österreich verkauft.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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