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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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441 der im mösischen Heere kämpfenden pannonischen Legionen, zwei Legionen aus der Rhein- gegend versetzt, die wahrscheinlich in Altenburg lagerten. Dies beweist Vitrnvs Werk i-e militari", aber auch zwei in das Gewölbe der Burgbastei eingemauerte römische Inschriften, laut deren diese Legionen (X. Femina und XIV. Aemina ölartis victrix) der Juno, Minerva und den übrigen römischen Gottheiten huldigten. Die Behauptung, daß die Magyaren bei ihrer Einwanderung hier bereits eine Burg vorgefunden hätten, ist geschichtlich so wenig erweisbar, als die, daß die Vorfahren der Hederväry Altenburg erbaut haben. Die erste wichtigere Rolle Altenburgs fällt in die Zeit König Kolomans, in das Jahr 1096, als die Scharen des ersten Kreuzzuges hier durchzogen. Die ersten Kreuzfahrer unter Walter nnd Peter von Amiens, hielten auf ihrem Marsche durch Ungarn gute Ordnung und begannen ihre Übergriffe erst bei Semlin; allein schon die unter dem Priester Gottschalk stehende Schar beging solche Ausschrei- tungen, daß Kolomau sich bewogen fand, der nachfolgenden Völkerwoge, zu deren Führern der deutsche Graf Emiko von Leiningen gehörte, den Durchzug durch das Land zu ver- weigern. Doch die Kreuzfahrer brauchten Gewalt und griffen das feste Wieselburg au, dessen Vertheidiger, Koloman selbst, an der Spitze seines Heeres über sie herfiel und, ihren panischen Schreck benützend, sie dermaßen aufs Haupt schlug, daß nur wenige wieder heimfanden; die Übrigen kamen in den die Burg umgebenden Sümpfen und in der Leitha um. Nach einer geschichtlich nicht erweisbaren Überlieferung ließ Koloman die Haupt- leute der Kreuzfahrer auf dem jetzigen Kirchenplatze von Ungarisch-Altenbnrg henken. Im XIII. Jahrhundert, als der Böhmenkönig Ottokar II. (1271) das Wieselburger Comitat verheerte, wurde auch Altenburg vom ihm belagert und zerstört. Im Jahre 1289 belagerte es Herzog Albrecht von Österreich; obgleich durch Magister Bychou, Sohn Sylvesters, heldeumüthig vertheidigt, wurde es genommen und der Commandant gefangen. Im XIV. Jahrhundert begegnet man dem Namen Altenburgs häufig. Ein bedeutsames Datum ist in der Stadtgeschichte das Jahr 1354; damals schenkte die Königin-Witwe Elisabeth, Mutter Ludwigs des Großen, ihre Altenbnrger Besitzungen, mit Ausnahme einer Mühle, den Einwohnern dieses Ortes, und verlieh ihnen überdies die Befugnisse, deren bereits Ofen und andere Städte der Königin theilhaftig waren. Ludwig der Große bestätigte diese Donation im Jahre 1357, die jedoch später sammt allen zugehörigen Privilegien durch die Gesetzgebung nichtig erklärt wurde. Im XV. Jahr- hundert gelangte Ungarisch-Altenbnrg als Pfandbesitz in das Eigenthum der reiche» Familie Wohlfahrt, die dessen Einkünfte seit 1437 genoß, ja die Familie benützte sogar das Prädikat „Oväri", ohne Rücksicht darauf, daß König Albert Altenburg im Jahre 1439 mit allen Appertinentien seiner Gemalin Elisabeth geschenkt hatte. Die einzige Tochter, Jntka, des letzten Mannessprossen aus dem Hause Wohlfahrt war iu erster Ehe Gattin des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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