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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 444 -
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444 Vortragssprache am 6. November eröffnet. Als Director war Dr. Papst aus Hohenheim berufen; neben ihm wirkten anfangs zwei ordentliche Professoren und zwei Hilfslehrer. Die geregelte Thätigkeit der Anstalt war durch eine staatliche Jahresunterstützung von 17.000 Gulden gesichert. Im Jahre 1869, nach erfolgtem Ausgleich, gelangte das Institut zwar unter die Jurisdiction der ungarischen Regierung, behielt aber noch eine Zeitlang zum großen Theil seinen deutschen Charakter. Dann folgte die volle Gleichstellung der ungarischen Lehrsprache mit der deutscheu und im Jahre 1874 wurde es zur Akademie erhoben. Am Ende des Schuljahres 1883 bis 1884 hörte der Lehrgang in deutscher Sprache auf und seither ist die Vortragssprache ausschließlich ungarisch. An dieser bedeutenden Anstalt sind während ihres 76jährigen Bestandes 4.500 Landwirthe, darunter etwa drei Viertel in Ungarn geborene, ausgebildet worden. Das alterthümliche Schloß, an dem aber nur die Fa^ade ein alter Bau ist, während die Seitenflügel und die Rückseite neueren Ursprungs sind, enthält gegenwärtig sehr werthvolle Sammlungen, auch sind zur Unterstützung der Vorträge eine gut eingerichtete Ökonomie von 382 Joch, Versuchsfelder und ein botanischer Garten von je 14 Joch vorhanden. Die Zahl der ordentlichen und Hilfsprofessoren beträgt jetzt 18. Lehrplan und Einrichtung stehen auf der Höhe der Zeit. Dicht neben dem Schlosse befindet sich der innere Meierhof mit den Wohnungen des Leiters und der Dienerschaft, mehreren Stallungen und den Milch- und Futter- kammern. Es ist aber auch ein äußerer Meierhof vorhanden, an der Grenze der dem Institut gehörigen Besitzung Marktau. Geht man von der Akademie durch das Basteithor und über die den Schloßgraben überbrückende Steinstraße dem Städtchen zu, so erblickt man eine große, elektrisch beleuchtete Mühle. Sie erhält die Triebkraft durch zwei Wasserräder von 80 und 60 Pferdekräften, bei Wassermangel durch eine Anshilfs-Dampsmaschine von 145 Pferdekräften. Die Mühle vermahlt größtentheils Weizen, dann Gerste und Roggen. Sie steht, nebst der benachbarten Bierbrauerei, auf demselben Punkte, wo nach dem ältesten Grundriß der Burg auch vor Alters eine Mühle und eine Brauerei standen. Die jetzige Brauerei ist auf die Produktion von 35.000 Hektoliter Bier eingerichtet und hat eine doppelte Braupfanne von 78 Hektoliter, einen Lagerkeller für 9.500 Hektoliter und eine Malztenne von 896 Quadratmeter. Im Jahre 1892 verkaufte die Domäne außer 228 Hektoliter Flaschenbier etwas über 30.000 Hektoliter Lager-, Märzen- und Abzugbier. In der Stadt erhebt sich am Deäk-Platze das herrschaftliche Schloß, in dem der erzherzogliche Domänen-Direetor wohnt und die herrschaftlichen Ämter untergebracht sind. Dieses stockhohe Gebäude von alterthümlichem Aussehen hat schon viele hohe Gäste beherbergt; es war auch der Schauplatz des sogenannten „Preßburger" Friedensschlusses.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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