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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 447 -
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447 schönen Stall für 200 Kühe besitzt, liegt nächst der Eisenbahnstation. Einen interessanten Theil dieses bis an den torfigen Hansag reichenden Prädinms bildet das einst viel genannte Bordacs, wo in der Glanzzeit der Merinozucht Original-Leoner und später Escnrial-Schase gezüchtet wurden, während jetzt von Wieselburg alljährlich über 700.000 Liter Milch nach Wien gehen. Westlich von hier, in der Nähe der Ortschaften St. Peter (Szent-Peter) und St. Johann (Szent-Jänos) liegt die ebenso ausgedehnte erzherzogliche Besitzung Kaiserwiese (Csaßärröt). Fährt man mit der Eisenbahn gegen Raab, so sieht man den Schlot der nach kurzem Bestände eingegangenen Szent-Miklöser Zuckerfabrik ragen, deren Bau jetzt zu einer Dampfmühle umgestaltet ist. Auf der Weiterfahrt erscheint die merkwürdige kleine Ortschaft Lebeny, eine blühende Gemeinde mit 2.969 meist magyarischen Einwohnern und jener berühmten romanischen Kirche, die zu den Meisterbauten Ungarns gehört. Das Benediktinerkloster wnrde in den ersten Jahren des XIII. Jahrhunderts durch Mitglieder des Geschlechtes Györ zu Ehren des Apostels St. Jacobns gestiftet. Wann die Kirche erbaut wurde, ist nicht genau zu bestimmen. Nach der Schlacht bei Mohäes fühlten sich die Benediktiner an diesem offenen Platze nicht sicher und verließen ihr Kloster. Zu Anfang des XVII. Jahr- hunderts steht Lebeny unter dem Abt von Martinsberg, Georg Himmelreich, der es feinem Verwandten Stephan Baksay hinterließ oder nach Fuxhoffer verkaufte. Dieser gab es dann an die Raaber Jesuiten weiter, die hier ihre Ferien verbrachten. Als aber nach 1784 die Kirche, ferner ein Theil von Leböny, Sövenyhäza, nebst der Pußta vou Barätföld Kameralgut wurde, konnte die Kirche dem traurigen Lose der Verunstaltung nicht entgehen. Das herrliche Portal wurde überweißt, die Kirche selbst dergestalt restaurirt, daß im Inneren die romanischen Details nur in der Sacristei und am Sockel des Sanetnarinms unversehrt blieben. Anch war die Kirche während dieser Zeit geschlossen. Von der Kammer ging die Herrschaft Szent-Miklös sammt Lebeny durch Tausch an die gräfliche Familie Zichy über. Unter dieser brannte (1841) die Kirche neuerdings ab, worauf wiederholt ihre völlige Abtragung und die anderweitige Verwendung ihres Baumaterials angeregt wurde. Die Familie Zichy verkaufte Lebeny-Szent-Miklös an den Baron Sina, auf den also auch das Patronat der Kirche überging, und nun begann für diese eine neue Epoche. Alsbald ging man an die Restaurirung der Kirche. Das Innere wurde von der Tünche befreit, die beschädigten Capitäle und Säulen ergänzt und die Ziegel durch Ouaderu ersetzt. Obgleich aber Baron Sina großherzig zu den Kosten der Wiederherstellung beitrug, hätte dies nicht genügt, wenn nicht die Lebenyer selbst über 17.000 Gulden für die innere Ausstattung beigesteuert hätten. Nachdem das Innere künstlerisch wiederher- gestellt war, schritt man an die Restaurirung des Äußeren. Zu diesem Zwecke setzte der Verwaltungsausschuß des Comitats eine Commission nieder, welche die Erneuerung nach
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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