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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 452 -
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452 Die Bewohner dieser Ortschaften, sowie die von St. Andrä (Szent-Andräs) wurden nach dem letzten Türkenkrieg angeblich aus Salzburg hieher verpflanzt und ihnen zumeist kommt die Bezeichnung „Heidebauer" zu. Die Männer dieses wohlhabenden Völkchens haben die magyarische, blantnchene Tracht angenommen, die Frauen dagegen noch ihre alte deutsche Kleidung beibehalten. Das Eigenthümlichste an dieser ist, daß die Frauen vom zarten Kindesalter an Hauben tragen, die sie nur als Bränte am Hochzeits- tage ablegen, um dann als Jungverheiratete schneeweiße Hauben aufzusetzen. Ihre Hochzeitsgebräuche sind sehr interessant. Beim Hochzeitsmahl ist die kalt aufgetragene Schüssel Milchreis mit Zucker und Zimmt unerläßlich, desgleichen die Spritzkrapfen (Sträuben), welche die Braut, nachdem sie über dem Tische die Hand des angesehensten Gastes gefaßt hat, mit der Faust in Theilchen zerdrückt. Besonders groß ist das Ceremoniel, wenn der Bräutigam aus einer anderen Ortschaft ist. Die im Ort ansässigen Burschen spannen am Ende des Dorfes eine buntbebänderte Schnur als Triumphbogen aus, und der Hochzeitszug zieht unten durch, doch muß der fremde Bräutigam erst ein Lösegeld bezahlen, worauf die Burschen angesichts des jnugen Paares ein Wettlaufen aufführen, vou dem die ersten drei Sieger mit einer Bretzel, einer Feldflasche und einer schwarzen Henne zur Braut zurückkehren. Diese ißt einen Bissen von der Bretzel, macht einen Schluck aus der Feldflasche und dreht der schwarzen Henne den Hals um, aus der dann eine Hühnersuppe gekocht wird. In diesen Gemeinden, namentlich in Zanegg, haben sich bis in die neueste Zeit gewisse Weihnachtsmysterien in seltener Voll- ständigkeit erhalten. Die Zanegger haben sie im Jahre 1867 auch in Raab vorgeführt; Adam und Eva oder die Geschichte des Sündenfalles wnrde in 488, die Geburt Christi oder die Erlösung in 1030, die drei Könige oder der Tod in 792, endlich die Satire vom Schnster und Schneider in 666 Versen dramatisch dialogisirt und in entsprechendem Kostüm vor- getragen. Zu diesen Gemeinden gehören die größten Bezirke der Ungarisch-Altenbnrger Domäne, und zwar liegen westlich von Zanegg die Gehöfte Haidehof und Haidstall (dieser zu St. Johann gehörig), weiterhin Farkasbrnnn (Farkaskut), das im Jahre 1894 auf directeu Befehl weiland des Erzherzogs Albrecht als Besitzers in Neu-Saida umgetauft wurde; dann jenseits der großen Meierei Albert-Easimir die Colonie Casimir mit einer Doppelreihe hübscher Häuser, einer für Knaben und Mädchen ab- getheilten Schule und einem ansehnlichen herrschaftlichen Gasthause. Das Schicksal dieser Colonie hat sich sehr wechselvoll gestaltet. Ju den Dreißiger-Jahren wurden hier zur Sicherung der nöthigen Arbeitskräfte 46 Colonisten angesiedelt, deren jedem die Herrschaft ein Hans für den Kostenbetrag von 600 fl. erbauen ließ, so daß die Baukosten
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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