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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 454 -
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454 zeigt man pietätvoll das Stübchen, worin der letzte Habsburger, auf herbstlicher Jagd erkältet, schwer krank lag, bis er nach Wien geschafft wurde, nur um dort zu sterben am 12. November 1740. An Holz ist das Wieselburger Comitat gegenwärtig arm, da nur 5 82 Proeeut seines Gebiets vou Wald bedeckt sind. Selbst der Waldbestand der erzherzoglichen Domäne ist verhältnißmäßig gering, obgleich sie wie in der Vergangenheit so anch jetzt der Anfforstnug alle Sorgfalt zuwendet. Die größeren Waldkomplexe sind jetzt: der sogenannte Karlswald, der Ragendorfer Wald und nördlich von Ungarisch-Altenbnrg der Lovärwald; der Wald von Halbthnru ist jetzt nur 37 Joch groß. Ehedem war das Comitat viel waldreicher, und zwar nicht nur als uoch König Salomou in den Auwäldern um Ungarisch-Altenbnrg jagte, oder als in der Nähe von Kirälyerdö und Goyß königliche Lnsthänser standen, sondern noch im vorigen Jahrhundert. In den Wäldern von Edelsthal, Znrndors, Haläßi und Halbthnrn, in den Urwäldern, welche Birken, Erlen und Weiden im Gelände des Nensiedlersees bildeten, fanden sich genug Rothwild, Hirsche und Rehe, und an mehreren Stellen bestanden anch Fasanerien. Eine solche besteht auch jetzt im erzherzoglicheu Walde bei Halbthnru. Hasen gibt es in der Gegend so viele, daß auf einer Treibjagd 1000 bis 1500 geschossen werden, die sämmtlich nach Wien gelangen. Das am südwestlichen Seeufer, schon weit drin im Ödenburger Comitat gelegene Wolss (Bals, früher Farkasd) soll seinen Namen von dem im dortigen Röhricht und Buschwald einst häufigen Raubwild herschreiben, neben dem es auch viel Füchse gab. Die königlichen Jäger wurden jedoch in diese Gegend mehr dnrch das Wasserwild, die Unmasse von Gänsen, Enten, Schnepfen, Reihern, ja Schwänen gelockt. Am 18. Juli 1854 jagte auch Se. Majestät bei Pamhageu, wo der See stets am tiefsten zu sein pflegt, auf Wassergeflügel. Maria Theresia hielt sich, wie erwähnt, wiederholt im Schloß zu Halbthuru auf und machte vou da aus, mittelst des zu diesem Zweck ausgeführten Fahrdammes, ihre Besuche in Eßterhäza. Auch Ferdinand V. mit seiner Gemaliu Königin Karoline sah am 9. Juni 1839 ini Saale des Schlosses vergnügt dem feurigen Tanze der Wüst- Sommereiner Pärcheu zu. In dieser Gegend stand einst die Ortschaft Vizenällö-Geßternieze, die in der Türkenzeit zu Grunde ging; an derselben Stelle siedelten nach Vertreibung der Türken die Esterhäzy magyarische Bewohner an, die nun bereits 928 Köpfe zählen und besonders im Korb- und Mattenflechten bewandert sind. Es werden von hier jährlich an 20.000 Körbe znmeist nach Wien, Budapest und Preßburg verkauft.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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