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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 474 -
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474 Alapy Balassa, Czobor, Csitväm, Förkeny, Gyimöthy, Gyömörei, Kapi, Megyer, Mindszenthy, Nemay, Selyem, Täpi u. s. w. sind alte Familien, während die Bay, Bareza, Bezeredj, Enessey, Földväry, Gyapay, Horväth, Kälöczy, Lippay, Matkovich, Milkovich, Pnrgly, Sebö, Szalacsy, Szlnha, Zämory und Andere noch jetzt reich begütert und am öffentlichen Leben stark betheiligt sind. Der kirchlichen Verwaltung nach stehen die Römisch-Katholischen der Kleinen Schütt und des Csilizköz unter der Jurisdiktion des Graner Erzbischofs, sieben Gemeinden unter der des Erzabtes von Martinsberg, die übrigen Theile des Comitates unter der des Raaber Bischofs. Die Evangelischen stehen unter dem in Raab residirenden Bischof für das Land jenseits der Donau, die Resormirten gehören znm Kirchendistrict von Revko- marom. Die größte israelitische Cultusgemeinde ist die mit der Raaber Gemeinde ver- einigte zu Györßiget. Die königliche Freistadt Raab (Györ) ist der Mittelpunkt des politischen, geistigen uud socialen Lebens, der ständige Markt aller Produete des Comitates. Wo die Raab und Rabnitz sich vereint in die Kleine Donau ergießen, stand schon in alter Zeit eine Stadt, die den keltischen Namen Arrabona führte. Auch in der Römerzeit hieß sie so und hatte, obgleich zu der von Bregetio (5>Szöny) bis Vindobona (Wien) reichenden Kette von Forts gehörig, doch mehr kaufmännische als militärische Bedeutung. In der Völkerwanderungszeit war sie ein Avarenring, der von Karl dem Großen erstürmt wnrde. Ihre weitere Geschichte bis zur magyarischen Eroberung ist dunkel. Im X. Jahrhundert ist sie ein Fort, an dessen Thore König Stesan ein Stück von der Leiche des geviertheilten Empörers Koppäny aufhängen läßt. Da dies zur Abschreckung Anderer geschah, scheint es, daß in der Raaber Gegend das noch ain alten Glauben hängende und für die Stammesverfafsung kämpfende Magyarenthum massenhaft gewohnt hat. Bei der Organisirnng des Landes wurde iu Raab eine mne Burggespanschaft errichtet. Stefau stiftete dort auch ein Bisthum und von da an spielte die Stadt eine ständige, oft wichtige Rolle im kirchlichen und staatlichen Leben Ungarns. Raab sah Reichstage abhalten und beherbergte Könige, die ihm Privilegien verliehen; seine Bischöfe beschwich- tigten streitende fürstliche Verwandte, eiferten für den Glauben, pflegten die Wissenschaft und starben, wenn das allgemeine Beste ein Blutopfer verlangte, als Helden auf dem Schlachtfelds. Wichtige Privilegien erhielt die Stadt von Stefan V. (1271), namentlich die für ewige Zeiten erklärte Exemtion der Bürger von Urtheil, Gesetzschöpfung und Machtkreis des Ober- und Vizegespans, dann die Besngniß, ihren Richter selbst zu wählen, die Befreiung von Manth und Kriegsdienst; überdies erhielten sie Landbesitz und das Recht
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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