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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 479 -
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479 bis vor einigen Jahren die seither aufgehobene königliche Rechtsakademie, jetzt ist darin eine staatliche Töchterschule untergebracht. Die Rechtsakademie wurde 1769 durch Maria Theresia gegründet; Josef II. verlegte sie 1785 nach Fünfkirchen, doch kam sie schon unter König Franz nach Raab zurück und erfreute sich stets des besten Rufes. Von 1848 an war sie zwei Jahrzehnte lang außer Wirksamkeit; erst 1867 wurde sie wieder activ, schließlich aber durch den Unterrichts- minister August Tresort ansgehoben. Uuweit des ehemaligen Rechtsakademiegebäudes zieht die östliche Grenze der inneren Stadt, während die westliche mit der hübschen Klosterkirche der Carmeliter an der Raab ihr Ende erreicht. An die innere Stadt schließen sich zwei neuere Stadltheile, im Südeu die Ferdinand- stadt, im Süden und Osten die Franzstadt. Sie haben gleich der inneren Stadt breite, gerade Straßen. Die Ferdinandstadt ist der am schönsten entwickelte Theil von Raab; hier entstanden in neuerer Zeit die schönen Gebäude der Staats-Oberrealschule, der königlichen Tafel und des Gerichtshofes; auch das neue Rathhaus soll hier errichtet werden. In der Franzstadt befinden sich die Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt; die erstere ist eonfessionell und wird durch den Bischof erhalten, die letztere hingegen ist staatlich. Die Ferdinands- und Franzstadt sind durch die Barossgasse getrennt, über deren Mündung nach der inneren Stadt hin früher der Stadtthurm oder Feuerthurm empor- ragte, genau an der Stelle, wo Schwarzenberg und Pälssy, die Befreier Raabs, in die Festung eindrangen. Der. Verkehr zog früher unter dem doppelten Thorbogen des Thurmes durch; vor kurzem jedoch wurde dieser aus Sicherheitsrücksichteu abgetragen. Die Neustadt ist von den erwähnten drei Stadttheilen durch die Raab, die Palatinal- stadt aber durch den Marktplatz getrennt. Die Neustadt entstand in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts, indem die Bevölkerung des Comitats und die Flüchtlinge aus den benachbarten, den Türken unterworfene« Gebieten hier unter den Wällen der Festung Raab Schutz gegen türkische Verfolgung und Verwüstung suchten. Anfangs hieß sie Ujfalu (Neudorf), doch schon im Jahre 1572 Ujväros (Neustadt). Sie war bereits durch eine Brücke mit dem Inneren der Stadt verbunden; jetzt sind drei Eisenbahnbrücken vorhanden. In der Neustadt befinden sich die Bethäuser und Elementarschulen der verschiedenen Bekenntnisse. In dem mächtigen Conventgebäude der Evangelischen bestand bis vor wenigen Jahren auch ein Untergymnasium, zu dessen Lehrkörper einst der treffliche Schriftsteller Johann Kis gehörte. Diese Anstalt ist aufgehoben.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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