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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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481 Der Ursprung von Györßiget fällt in die zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Es war Besitzthum des Raaber Bischofs und hieß daher einstens Piispök-Szigeth (Bischofsinsel). Zwischen Gewässern gelegen, war es häufig durch die Donau oder Rabnitz überfluthet, erstand jedoch immer wieder und ist jetzt eine der hübschesten Ortschaften des Landes. Die Hauptstraßen sind gepflastert und mit Gas beleuchtet, es hat eine Wasserleitung, Fabriken für Essig, Hl und Coakes, ein von Johann Simor, zur Zeit, als er Raaber Bischof war, gegründetes Krankenhaus u. f. w. Die Einwohner betreiben Industrie, Handel nnd Gartenbau. Ihre Lebensweise ist städtisch. Revsalu hieß ehemals Tökes, führte aber schon im XIV. Jahrhundert seinen jetzigen Namen. Es war gleichfalls eine Besitzung des Raaber Bischofs. Da es dicht bei Raab liegt, theilte es immer dessen Geschicke und wurde mehrmals durch Feindeshand zerstört. Gegenwärtig ist es von Bauern, Gewerbetreibenden, Schiffern und Fischern bewohnt. Die natürliche Lage Raabs in fruchtbarer Umgebung, an einer den Verkehr fördernden Wasserstraße wies seine Bevölkerung auf den Handel hin. In der Arpädenzeit war hier ein Stapelplatz für Waaren. Auch später blieb der Handel die Hauptbeschäftigung eines Theiles der Bewohner. Die neue Blüte Raabs beginnt in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts und gipfelte in den Sechziger-Jahren, wo sein Getreidemarkt den der Landeshauptstadt weit übertraf. In neuerer Zeit mußte es zwar einen Theil seines Handels der allgemeinen Verkehrspolitik des Landes opfern, ist aber trotzdem noch immer ein recht wichtiger Platz. Sein Schweinehandel ist beträchtlich, seine Märkte sind stark besucht. Ein großer Theil der Einwohner ist gewerblich beschäftigt. Das Handgewerbe ist hier alt und seine Erzeugnisse zeichnen sich durch Sauberkeit und Geschmack aus, besonders die der Tischler, Schlosser, Schuhmacher und Schneider. Die Wagenfabrikation und Öfenindustrie sind gleichfalls zu loben, desgleichen die Geschicklichkeit der Baumeister und Steinmetze; die Zuckerbäcker und Bäcker arbeiten tadellos. Neuestens sind viele Fabriken entstanden für Spiritus, Pottasche, Leder, Öl, Mehlspeisen, Talg, Zündhölzchen, Ziegel, Schiffe, Stärke und landwirthschaftliche Maschinen. Raab ist Sitz einer Gewerbe- nnd Handelskammer, sowie hervorragender Geldinstitute. Landwirthschaft betreibt nur ein Theil der Neustadt und Palatinalstadt, die sogenannten „Fahrbauern" (s?ekeres F»2<Iäk). Auch dieZahl und Bedeutung seiner Culturinstitute macht Raab zu einer bevorzugten Stadt. Neben ausreichenden Elementar- und Mittelschulen finden sich da: das besonders an Antiquitäten reichhaltige Museum der Benediktiner, ihre etwa 16.000 Bände starke Haus- und Lehrbibliothek, dann die ansehnlichen Bibliotheken des größeren Seminars (32.000 Bände), der Carmeliter und des Lesevereins. Es bestehen vier Buchdruckereien und vier Localblätter. Das größere wie das kleinere Seminar hat einen ungarischen Ungarn IV. 31
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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