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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 496 -
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496 80.000 bis 100.000 Gulden, ja mancher sogar noch mehr kostet, den Fachmann aber überkommen die vielen Erinnerungen, die sich an diesen Stall knüpfen. Hier stand — nm nur einige zu erwähnen — durch eine lange Reihe von Jahren das glorreichste der glorreichen Pferde, der „alte" Buccaueer, und zwar vom 15. November 1865 bis Mitte April 1887, als er, unter der bei Pferden ungewöhnlichen Last von 30 Lebensjahren zusammengebrochen auf die thierärztliche Akademie zu Budapest geschafft wurde, um dort von der Krankheit des Greifenthums befreit zu werden. Seine Abkömmlinge haben auf den Rennbahnen Englands und des Coutinents selbst in den vornehmsten Rennen den reichsten Lorbeer für die ungarische Pferdezucht geerntet, das überaus zahlreiche Halbblut aber, das aus seinem Blute hervorgegangen, ist die Blüte des ungarischen Zuchtmaterials geworden, eine Quelle des Nutzens für die Besitzer von Privatgestüten, wie für den kleinen Züchter. Dieser mittelbare Nutzen beläuft sich auf Millionen, aber auch sein unmittelbarer Nutzen war, wie aus einigen Ziffern hervorgehen mag, ein gewaltiger. Der Hengst wurde um 2.600 Pfund Sterling und eine Vollblutstute gekauft; dafür brachte er dem Kisberer Gestüt an Beschälgebühren und blos für seine Vollblutfohlen — also die große Zahl seiner Halbblut-Sprößlinge nicht gerechnet — 470.675 Gulden, während seine Fohlen auf den Rennbahnen von England Frankreich, Deutschland und unserer Monarchie über 2 Millionen Gulden an Preisen gewannen. Und in dem nämlichen Stalle standen Cambnscan, Boix-Rnssel, Verneuil, Doncaster, Guunersbnry, Craig-Millar, die der ungarischen Pferdezucht so viel Ruhm gebracht haben; hier ist die Wiege von Kincsem, der Wunderstute, die in 54 Rennen lief und nie besiegt wurde, so daß sie ihrem Besitzer außer sechs Ehrenpreisen an Renn- preisen allein 199.705 Gulden heimbrachte. Hier stand ferner der Hengst Kisber, dessen große Siege den Namen des Gestüts selbst weltberühmt gemacht haben, und so noch manches andere Pfcrd, dessen Namen einen internationalen Glanz gewonnen hat. Interessant ist auch der Stall der einjährigen Vollblutfohlen. Nachdem diese ein halbes Jahr lang mit der Mutter frei in den Paddocks herumgelaufen, werden sie von ihnen getrennt und hier vereinigt. Ihr Futter von reichlichem Hafer und Heu wird noch durch Milch und Eier ausgiebiger gemacht, was ihr Wachsthum steigert, und dazu kommt noch das tägliche systematische Gehen- und später Laufenlassen auf der zu dem Stall gehörigen Kreisbahn, wodurch sie für ihren zukünftigen Beruf, das Rennen, vorbereitet werden. Hier stählen sich die Muskeln des Fohlens, hier erreicht es einen solchen Grad von Geschmeidigkeit, daß es schon bei der alljährlich Ende Mai abgehaltenen Versteigerung seine Rennfähigkeit zu erweisen vermag; angesichts dieser Leistung kann der Käufer dafür einen meistens ziemlich hohen Preis bezahlen, durchschnittlich etwa 3.000 Gulden, für einzelne aber auch 6.000, 8.000 und 10.000 Gulden, ja ausnahmsweise noch größere Summen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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