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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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501 aber bei zweckmäßiger Eintheilung angelegt wurde, sind die Ställe der Hengste, Stuten und der zu dressireudeu Fohlen beisammen; in der Mitte des geschlossenen Hofes hat es die gedeckte Winterreitschule und die mit Tannen umpflanzte offene für den Sommer; aber auch die in den äußeren Meiereien untergebrachten Ställe der Jahrgänge sind zu Wagen bald zu erreichen. Es gewährt einen seltenen Genuß, mit vier Bäbolnaer Grauschimmeln von schöner Gangart, in bequemem Wagen, auf trefflich gekiesten Wegen, diese in einem Stück hingelagerte, von ihren leichten Hügelwellen aus völlig übersehbare Besitzung zu durchfahren. Mit ihren überall baumbeschatteten Straßen, ihren Hainen und Wäldern gleicht sie eiuem riesigen Parke, auf dessen frischem Grün in buntscheckigem Nacheinander mannigfach gefärbte Gestüte, rothbunte Simmenthaler Rinderheerden, helle Schasheerden und weiße Gruppen im Joch arbeitender Ochsen sich tummeln. Die Erziehung, Abhärtung, Einübung und Ausprobuug geschieht nach denselben Grundsätzen wie im Kisberer Gestüt. Wie dort, so werden auch hier aus dem zuwachsenden Plus die jnngen Hengste in das Hengstendepot eingetheilt, die überzähligen jungen Stuten aber, die nicht mehr erforderlich sind, um die Bestände des Gestüts ziffermäßig zn ergänzen, werden regelmäßig anfangs October in Budapest versteigert. Überdies liefert das Bäbolnaer Gestüt — gegenwärtig wohl das einzige noch belangreiche arabische Gestüt in Europa — einen großen Theil der berühmten Schimmel der ungarischen Leibgarde, ferner versieht es Kroatien und Bosnien mit arabischen Hengsten, ja anch fremde Staaten, wie Bulgarien und einmal sogar Japan, haben sich hier Hengste von arabischem Blut zur Zuchtverbesserung (Correctoren) geholt. In Kisbir wie in Bäbolna sind mit den Gestüten ausgedehnte Landwirthschaften verbunden. Der Flächeninhalt der Kisbirer Anlage beträgt 11.255 Katastraljoch, Babolua hat 7.105. Solange die Gestüte rein militärisch verwaltet und auch die Landwirthschaften durch Militärbeamte, die dem Gestütscommandanten untergeben waren, mit militärischem Dienstpersonale betrieben wurden, hatten diese Ökonomien ausschließlich die Aufgabe, das Gestüt mit Weidegrund und Futter zu versehen. Seitdem aber diese Anstalten durch das Ackerbauministerium verwaltet werden und die Landwirthschaft von der Gestüts- verwaltung völlig getrennt, durch bürgerliche Beamte mit bürgerlichem Dienstpersonale betrieben wird, haben die Ökonomien außer der Versorgung der Gestüte auch noch die Aufgabe, ihren Reinertrag zur Deckung der Ausgaben für die Landespferdezucht beizu- steuern, ja überdies noch, soweit die beiden erwähnten Hauptzwecke es gestatten, eine so mnstergiltige Wirthschaft zu führen, daß die Landwirthe sich bei ihnen nützliche Erfahrungen und gnten Rath holen können. Nach einem Vierteljahrhuudert ausdauernder und folgerichtiger Arbeit in dieser Richtuug halten beide Öcouomien nunmehr so weit, daß sie allen diesen Ausgaben mit
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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