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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 504 -
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504 Jener Theil eines der kleinsten Comitate des Landes, der sich längs des rechten Donan-Users und über dessen Gebirgsgegend hin zwischen die Comitate Komorn und Pest einschiebt, bildet eine natürliche geographische Einheit von etwa 600 Quadratkilometer Flächeninhalt und ist vermöge des Reichthums seiner Urproduktion eines der gesegnetsten Gebiete des Landes. Die ganze Fläche des Graner Comitats beträgt 1.123 3 Quadratkilometer; seine Bevölkerung beläuft sich auf 78.378 Köpfe, darunter der Nationalität nach 62.505 Ungarn, der Rest Deutsche und Slovaken, dem Glaubensbekenntniß nach aber 65.667 Römisch- Katholische, 9.135 Reformirte, 2.939 Juden, 588 Evangelische A. C. und 37 Griechisch- Nichtnnirte. Die Bevölkerung des kleinen Comitats ist ziemlich dicht, denn es fallen 70 Menschen auf den Quadratkilometer. Gran ist die einzige Stadt nicht nur dieser Gegend, sondern des ganzen Comitats. Es bestand bis zum Jahre 1895 aus vier aneinander gebauten, doch unter besonderen Behörden stehenden Stadttheilen, und zwar der königlichen Freistadt Gran mit 9.349, den Großgemeinden Szent-Tamäsmit 2.544, Szent-Györgymezö mit 2.698 und Viziväros mit 1.158 Einwohnern. Die im kurzen Wege, durch einen Ministerialerlaß vereinigten vier Stadttheile haben zusammen eine Bevölkerung von 15.749 Seelen. Der Fruchtbarkeit nach steht das Graner Eomitat unter den übrigen an achter Stelle, denn seine 170.343 Katastraljoch tragen 5 sl. 15 kr. das Joch. (Bäcs-Bodrog, das fruchtbarste Eomitat, hat einen Hauptdurchschnittsertrag von 7 sl. 58 kr. und Maramaros, das letzte, von 42 kr.) Das Hauptgewässer des Comitats ist die Donau, ihr Nebenfluß ist die Grau (Garam). Beide überflnthen sehr häufig das flache Land und machen dessen Ernten zunichte. Bäche gibt es wenige, wohl aber viele Quellbezirke. Das Hauptgebirge des Comitats, die Berggruppe des Pilis, ist ein dem Alpen- system zugehöriges, etwa 160 Kilometer umfassendes Gebirgsland. Das magyarische Volk der Pilis-Gegeud nennt eine kahle Bergkuppe und einen kahlen oder rasirten Mönchskopf noch heute ,pilis«. Die weitverzweigte Berggruppe hat ihren Namen nicht nur auf ein ehemaliges ungarisches Comitat, sondern auch auf zahlreiche größere und kleinere magyarische und slovakische Ortschaften übertragen. Ihrem geologischen Bau nach sind die malerischen Gruppen der Berge von Pi l i s und Gerecse dem Ofner Gebirge fast gleich: weißer, dichter Kalkstein, doch mit dünnen rothen Schichten gemischt, aus denen Marmor gebrochen wird. Der rothe Marmor von Gran ist in der ganzen Gegend bekannt, wird aber am meisten in Budapest verwendet zur Pflasterung von Corridoren, in Treppenhäusern und bei Wasserbauten. Der rothe Marmor der hauptstädtischen Paläste nnd des ganzen Ofner Qnai's ist Grancr Gewächs.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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