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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 505 -
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505 Die bedeutendsten Marmorbrüche befinden sich auf dem Gerecse. Süttö, Pißke und Nyerges-Ujfalu am rechten Ufer der Donau verdanken ihren Aufschwung besonders dem Marmor. Auch die eoeäueu und oligocäneu Ablagerungen nehmen große Flächen ein, es wurden zwischen ihnen mächtige Braunkohlenlager gefunden. Die größte Merkwürdigkeit der nahen Umgebung von Gran bildet ohne Zweifel dieser Bergwerks- bezirk von unerschöpflichem Reichthum, der durch die Nähe der Hauptstadt erhöhten Werth gewinnt. Das dortige Kohlenlager hat seit einigen Jahren bereits seine ständige Eisenbahnverbindung mit dem westlichen Verkehr. Nach der Linie Gran-Füzitö wird nun bald auch die Verbindung Gran-Ofen eröffnet werden, was der Urproduction des ganzen Bergwerksbezirkes eine noch größere Blüte in Aussicht stellt. Die Stadt und ihre Umgebung besitzen sehr viele Thermen. In der Mitte der Stadt entspringt eine Quelle von 26° C. und fließt in die kleine Donan ab; am Fuße des St. Thomasberges brechen von Zeit zu Zeit Bitterivasserquellen hervor; doch sind diese Mineralwässer, nach den Ergebnissen mehrfacher wissenschaftlicher Analysen von keiner besonderen Wichtigkeit und Verwerthbarkeit. In den Bergen von Dömös wurden einst ausgebeutete Goldmiuen ent- deckt, deren Betrieb aller Wahrscheinlichkeit nach bis in die römische Zeit zurückreicht. Neuesteus beginnt man, den Graner Quarz in den dortigen Glasfabriken zn verarbeiten. Die alte Geographie erklärte den Ursprung des Namens Eßtergom aus dem Zusammenfluß der Jster (Donau) und des Grannm (Gran). Der slavische Name der Stadt ist Ostrihmn, der lateinische Strigoninm (Jstropolis, Jstrogrannm), jedenfalls Anhaltspunkte genug, um die nach dem Wortklange Etymologisirenden irrezuführen. Mit weit mehr Wahrscheinlichkeit wird aber der Namen Eßtergom aus dem Fränkischen erklärt. Die Franken nannten nämlich diese Grenzfeste ihres Reiches Oster-Ringen, das heißt östliche Bnrg. Als noch Pannonien bestand, war Gran unter dem Namen Salva eine römische Colouie, die mit den Legionen zugleich verschwand. In Gran und dem längs der Donau gelegenen Theile des Comitats werden sehr viele geschliffene und ungeschliffene Gegenstände aus der Steinzeit gefunden. Das magyarische Volk schreibt diese grünlich-braunen Steinwerkzeuge dem Blitzschlage zu und Nennt sie „kalte Donnerkeile" (wörtlich: kalte Gottespfeile). Die abergläubischen Bauern eurireu an manchen Orten nicht nur das schlecht milchende oder krauke Vieh, sondern sogar die häntige Bräune mit diesen kalten Donnerkeilen; daher sind diese Gerätschaften der Steinzeit bei ihnen sehr gesucht und schwer zu erlangen. Von Denkmälern der Urzeit kommen hier noch aus reinem Kupfer gefertigte Spangen, Meißel, Sicheln, Wurfspeere nnd Lanzenspitzen vor, am häufigsten aber bronzezeitliche Geräthe jeder Art, die aus den Begräbnißstätten der Urzeit und dem Krümelwerk der einstigen Herdstätten aus Tages- licht kommen. Auch aus der Zeit der Völkerwanderung und Römerherrschast finden sich
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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