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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 506 -
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506 zahlreiche Denkmäler. Doch beginnt man erst in neuerer Zeit die hochinteressanten Alterthümer systematisch zu sammeln. Vor kaum einem Jahr erst hat sich die Graner historische Gesellschaft gebildet, die sich des alten, der Anjouzeit angehörigen, mit lateinischer Inschrift versehenen Siegels der Stadt Gran bedient. Die ersten Ärpäden, die letzten Herzoge und ersten Könige wählten das von der Natur so verschwenderisch ausgestattete Gran und dessen Umgebung gerne zu ihrem Wohnsitz, ja sie hatten hier ihre Residenzstadt. Zur Zeit des Herzogs Geza, Vaters Stesaus des Heiligen, begegneten sich in Gran die östliche und die westeuropäische Bildung, griechischer und deutscher Einfluß; zum ersten Male maßen sich das östliche und westliche Christenthum. In Gran wurde, um das Jahr 970, Stesan der Heilige geboren. Die Graner Überlieferung verlegt seine Geburtsstätte an die Stelle der in den Festungsruinen wohlerhalten gebliebenen alten Kapelle. In seiner Geburtsstadt gründete Stefan der Heilige das Graner Erzbisthum als Vorsteher der ersteu zehn ungarischen Bisthümer, und von Gran ging vermuthlich die glänzende Gesandtschaft unter Führung des Erzbifchoss Astricns nach Rom ab zu Papst Sylvester II., um die heilige Krone zu holen, mit der im Jahre 1001 Stefan der Heilige gekrönt wurde, wodurch Ungarn ein westeuropäisches Königreich und Gran dessen Residenzstadt wurde. Die ersten ungarischen Könige hatten bis zum Beginn des XIII. Jahrhunderts häufig in Gran ihre Hofhaltung. Die alten Graner Erzbifchöfe zogen zum Schutze des Königs und des Landes auch in den Krieg. Erzbischof Matthias fiel in der Tatarenschlacht am Sajö, Erzbischof Ladislans Szalkay bei Mohäcs. Die Niederlagen am Sajöflnß und bei Mohäcs bedeuten auch das Verderben Grans. Die Tataren zerstörten die Stadt, mit Ausnahme der Citadelle, uud metzelten die Ein- wohnerschaft nieder. Die Türken aber erschienen nach ihrem Mohäcser Siege, plünderten die wieder aufgeblühte Stadt, verjagten die hohe Geistlichkeit und beugten die Bevölkerung ins Sclavenjoch. Nach Ladislans Szalkay wohnte dritthalb Jahrhunderte lang kein Primas in Gran. Nachdem der Tatarensturm vorüber war, gründete Bela IV. seinen Königssitz in Ofen. Der Primas und das Kapitel flüchteten in Folge der Schlacht bei Mohäcs nach Tyrnan. In Tyrnan gründete der Graner Erzbischof Niklas Oläh das erste Priester- Seminar Ungarns, das erst im Jahre 1850 nach Gran übersiedelte. In Tyrnau und Preßburg lebte Peter Päzmany, der größte Primas von Ungarn. Zu Tyrnau hielt der Graner Erzbischof Georg Szelepcsenyi im Jahre 1683 das feierliche Tedenm ab für die Vertreibung der Türken aus Grau, und im Asyle zu Tyrnau lebte auch der langlebigste Erzbischos von Gran, der 103 Jahre alte Georg Szechenyi, dessen Familie
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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