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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 514 -
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514 Gisela und seinem Sohne Emerich vor, wie er Ungarn dem Schutze der heiligen Jungfrau empfiehlt. Das Bild ist von Grigoletti begonnen, jedoch von einem mittelmäßigen Wiener Maler vollendet. Unter den schönen Seitenaltären ruhen durch Papst Pius IX. gesandte Reliquien der Heiligen Valentin und Modestina. Neben den Seitenaltären bemerkt man noch den Marmoraltar der Heiligen Josef und Adalbert und darüber die nicht sonderlich gelungenen Fresken des Münchner Malers Moralt. Die einzige historische Statue der Erzkathedrale ist die des Primas Peter Päzmäny, der als Kirchenredner dar- gestellt ist, 3 25 Meter hoch, ein Werk des Turiner Bildhauers Della Vedova. Ihr gegenüber, an die linke Pfeilerwand, wird das in Carraramarmor gearbeitete Standbild des Primas Johann Simor zu stehen kommen, der von Strobl als Donator der Erz- kathedrale, mit erhobener Hand seine Kunstschöpfungen darbietend, verewigt wurde. Die Perle der Erzkathedrale ist jedoch immer die Baköcz-Kapelle (Abbildung S. 143) und steht als ein Denkmal der Renaissance in Ungarn, wo lange Kriege den größten Theil der älteren Kunstdenkmäler vernichtet haben, einzig da. Sie ist noch ein Überbleibsel des alten blühenden Gran; in der Türkenzeit diente sie als Moschee, 1824 wurde sie in den Bau der Erzkathedrale einbezogen. Ihre jetzige Kuppel ist durch Lippert, im Auftrag des Primas Simor, entworfen. Hochinteressant ist der weiß-marmorne Altar der Kapelle mit dem Relief des knienden Cardinals Thomas Baköcz, aber auch die Bogen des Gewölbes und die Gesimse aus rothem Marmor sind in ihrer schönen Ornamentik von gleichem Kunstwerthe. Das Altarblatt ist ein in altem byzantinischem Stil auf Holz gemaltes Marienbild, das nach dem Abzug der Türken ganz unversehrt unter dem Trümmer- werk gesunden wurde. In den kleinen Nischen des Altares stehen die Marmorstatuen der heiligen ungarischen Könige Stefan und Ladislaus aus Della Vedova's Kunstwerkstatt. Die Kapelle hat eine besondere Orgel und Sacristei, einen Taufbrunnen und Marmor- bänke für die Domherren. Bemerkenswerth sind die an den Marmorwänden der Kapelle sichtbaren dreihundertjährigen oder noch älteren eingeritzten Inschriften, darnnter mehrere Hundert magyarische, von Söldnern, die nach der Belagerung ihre Namen eingeritzt haben. Die Kapelle gegenüber ist zu Ehren des Märtyrerheiligen Stephanus erbaut. Die Altarstatue, ein Werk des ungarischen Bildhauers Stefan Ferenczy, stellt den ins Knie gesunkenen Heiligen vor. Ihr gegenüber befindet sich das Grabdenkmal des Erzherzogs Ambrosius, Erzbischoss von Gran, nach Canova. Dieses Denkmal des im Jahre 1809 während der Franzosenkriege jung verstorbenen Kirchenfürsten wurde von seinen Brüdern Franz, Herzog von Modena, und den Erzherzogen Ferdinand und Max errichtet. In der Mitte der vor kurzem trefflich erneuerten Kapelle steht ein altes, reich vergoldetes lebensvoll polychromirtes Schnitzwerk in gothischem Stil, welches das heilige Grab vorstellt; es stammt ans Garam-Szent-Benedek.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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