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Punkt, zu dem sich der Vertes im Weiszenburger Comitate erhebt, ist der Csökahegy
(479 Meter) bei Moor; dieser ist mit der 345 Meter hohen, über Csakvär aufsteigenden
Kuppe, dann mit dem 390 Meter hohen Vafarhegy bei Kozma, dem 335 Meter hohen
Szärer Berg, dem ans der Comitatsgrenze stehenden, 360 Meter hohen Gallaer Berg
und dem 449 Meter hohen Somlyövärer Berg durch ein schönes System hochragender
Gebirgsgrate verbunden, deren Gipfel nicht spitz, sondern gerundet erscheinen und die
durch zahlreiche anmnthige, gewundene Thäler durchschnitten sind, ohne doch durch diese
in ihrem einheitlichen Charakter gestört zu sein.
Aus diesem den nördlichen Theil des Comitats umgürtenden Gebirge wölben sich
noch nach Süden, zerstreut und abgerissen, einzelne Kuppen hervor, von denen jedoch nur
der Meleghegy bei Sukorö, mit 352 Meter, eine beträchtlichere Höhe erreicht, während
die übrigen 200 bis 250 Meter nicht übersteigen. Das nördliche Gürtelgebirge des
Comitats wird von umfangreichen, schöngeformten Hügeln abgelöst, die dem nördlichen
und östlichen Theile des Comitats, also zwei Dritteln desselben einen wellenförmigen
Typus verleihen. Nur der ganze südliche Theil des Sarvizgeländes ist von flacher
Beschaffenheit und bildet mit dem ebenen Theile der Nachbarcomitate Veßprem und Tolna
ein Ganzes. Doch hat selbst dieser ebene Theil noch eine verhältnißmäßig hohe Lage:
Stuhlweißenburg liegt 111 Meter und der tiefste Punkt der Särret-Ebene 92 Meter
hoch über dem Meere, das Donaugelände aber, mit Ausnahme der immer wieder auf-
springenden höheren Kuppen, überragt fast durchweg in der Höhe eines Festungswalles
den mächtigen Strom, der sich unterhalb dahiuwälzt. Diesem Umstände verdankt es das
Comitat, dessen Ostgrenze doch auf eine Strecke von 100 Kilometer durch die Donau
gebildet wird, daß sein weites, durch die Natur geschütztes Gebiet vom Strom nur an
wenigen Stellen geschädigt werden kann; andererseits freilich sind zum Theil die hohen
Uferränder und die mitunter erschwerte Zugänglichkeit des Stromes schuld daran, daß
dieser unvergleichliche Wasserschatz weder für die Landwirthschaft noch für den Verkehr
verwerthet ist, so daß die Wichtigkeit dieses Stromabschnittes sich im Allgemeinen nicht
über das Niveau eiuer localeu Bedeutung erheben kann.
Außer der grenzbildenden Donau besitzt das Comitatsgebiet auch einige regnlirte
Kanäle, welche sämmtlich in südlicher und südöstlicher Richtung verlaufen. Der das
Comitat durchschneidende Lauf des Särröt bildet das große Becken, welches alles Gewässer
an sich zieht und der Donau zuführt. Unter seinen Kanälen seien erwähnt: der Vaal er
Kanal, der sich oberhalb Adonys in die Donan ergießt, der Kaiser- oder Pätkaer Kanal,
der die Gewässer der Fornisbach-Niederung und des trockengelegten Pätkaer See's in den
Velenczeer See ableitet, dann jenes größer angelegte Kanalnetz, das dnrch Entwässerung
des Särretgeländes nahe an 100 000 Joch Boden für die systematische Landwirthschaft
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Band 16
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Ungarn (4)
- Band
- 16
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1896
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.18 x 21.71 cm
- Seiten
- 616
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch