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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 527 -
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527 gesichert hat und nicht nur zu den umfassendsten, sondern auch zu den ältesten Reguliruugs- arbeiteu des Landes gehört. Dieses Kanalnetz, das sogenannte Särviznetz, besteht zum Theil aus natürlichen, aber regulirteu Bächen, größtentheils jedoch aus künstlich auge- legten Kanälen. Es beginnt mit dem von den Bächen des Bakony- und Vertesgebirges gespeisten Moor er Kanal, der im Moörer Thale nach Südost zieht, mehrere künstlich angelegte Kanäle aufnimmt, unterhalb Stuhlweißenburg auch noch den vom Bakony- gebirge herabkommenden und eine Strecke weit parallel mit ihm verlausenden Gaja-Bach als Zuwachs erhält, um sich dann mit dem im Veßpremer Comitat beginnenden großen Kanal zu vereinigen und den das ganze Comitat durchziehenden Pa la t ina l - oder Särvizkanal zu bilden. Diesem parallel zieht der gleichfalls im Veßpremer Comitat entspringende Sed-Bach, unterhalb Mühlkanal (Malomcsatorna) genannt, bis Czecze, wo er sich iu den Särvizkanal ergießt, der dann bei Simontornya mit dem Siö-Kapos- kanal vereint weiter unten in die Donau mündet. Alle diese Gewässer haben einen regelmäßigen Lans und verursachen kaum irgend- welche Schäden; nur im Vorfrühling überflnthen sie die tiefer gelegenen Theile des großen Särret unterhalb Stuhlweißenburg, da aber das Wasser bald wieder abläuft, schaden sie auch hier nicht, sondern tragen vielmehr zur Üppigkeit des Heuwuchses bei und ermöglichen auf den durch Schlamm gedüngten Flächen eine sehr ergiebige Gartencultur. Von diesem durch die Natur gewährten Nutzen abgesehen, bieten alle die regnlirten Wasserläufe keinen anderen wirthschaftlichen Vortheil dar, als den Wasserschutz der ihnen anliegenden Gebiete. Das durchschnittlich 4 bis 5 Meter breite und 1 Meter tiefe Wasser ist nicht schiffbar; auch zur künstlichen Bewässerung und zur Verwerthung bei industriellen Anlagen, die Stadt Stuhlweißenburg ausgenommen, ist es nicht herangezogen. Diese Wasserkraft wird Alles in Allem zum Betrieb einiger Wassermühlen benützt, aber auch diese Mühlen verlieren immer mehr an Bedeutung und werden kaum für die Deckung des localen Bedarfes in Anspruch genommen. Größere Seen, den von Velencze ausgenommen, besitzt das Comitat nicht. Einst waren auch der Csakvärer (Foruaer) und der Pätkaer See namhafte stehende Gewässer nnd der letztere sogar noch in den Sechziger-Jahren wegen seiner uugemein schmackhaften Fische bemerkenswerth; seither sind sie jedoch entwässert und sammt dem Ägotaer See der Cultur unterworfen worden. Außerdem sind noch der Weißenburger Salzsee und der Löker See zu erwähnen, allein auch diese zeigen mehr den Charakter von bedeutenderen Sümpfen, die höchstens durch etwas Rohrwuchs nutzbar werden uud zeitweilig ganz versiegen. Hingegen gehört der Velenczeer See zu den größeren Seen Ungarns, er bedeckt etwa 12 Quadratkilometer mit beständigem Wasser, das in seinem westlichen Theile » bei Pakozd und Sukorö stellenweise 4 bis 5 Meter tief, im östlichen Theile aber seicht
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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