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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 536 -
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536 Selbst die einst blühende Industrie der Stuhlweißeuburger Rohlederverfertiger („Tobaks") ist zusammengeschrumpft; nur die Csäkvärer Thouwaareuindustrie, deren allerdings primitive Waare sich durch vortreffliche Qualität empfiehlt, behauptet ihren ständigen Markt in einem großen Theile des Landes, und eine berühmte große Blaudruckfabrik in Stuhlweißenburg vermag mit ihren Erzeugnissen sogar im Auslande durchzudriugen. Auch die landwirthschaftliche Industrie ist blos durch zwei Bierbrauereien und einige Spiritusbrennereien vertreten, welche jedoch, im Vergleich mit früher, eher einen Rückgang als einen Fortschritt erkennen lassen. Ebensowenig ist, im Verhältniß zu seiner einst bestandenen Entwicklung, ein Aufschwung des Handels zu bemerken. Früher hatte der Handel des Comitats drei bedeutende Wegrichtungen: da war der Handel von Budapest südwärts, der sich haupt- sächlich der Donau bediente, und dazu kamen die Handels- und Frachtverkehrsstraßen nach Graz und Wien. Jetzt ist all' dies durch die Eisenbahnen ersetzt, welche Stuhlweißenburg zwar berühren, da sie aber keiner Vermittlungspunkte bedürfen, beinahe spurlos das Stadt- uud Eomitatsgebiet durchschneiden. Bei alledem besitzen Stnhlweißenbnrg nud das Comitat eine handeltreibende Klasse, die sich durch Intelligenz, Vertrauenswürdigkeit und Wohlhabenheit auf der Höhe der Zeit behauptet; sie ist in vollem Maße geeignet und ausreichend, einerseits das locale Bedürfniß zu befriedigen, andererseits aber die zur Verwerthung gelaugenden Erzeugnisse des Comitats mit Ausschluß anderweitiger Ver- mittler direct den Eonsumtiousplätzen zuzuführen. Diesem Umstände und der günstigen Lage des Comitats ist es zuzuschreiben, daß die Preise der Prodncte in einem großen Theile des Comitats die hauptstädtischen Preise nicht nur erreichen, sondern zum Theil sogar übersteigen. Sehr vorgeschritten im Verhältniß zu anderen Landestheilen und noch immer in weiterer Entwicklung begriffen ist ferner die Organisation der Geldinstitute und des Creditwesens. Die Stnhlweißenbnrger Sparkasse ist eines der ältesten Geldinstitute Ungarns; sie wurde schon im Jahre 1845 gegründet, unmittelbar nachdem zu Anfang der Vierziger-Jahre die Bewegung zur Gründung von Sparcassen begonnen hatte. Seitdem sind sowohl in der Hauptstadt als auch in anderen Ortschaften des Comitats mehrere, einen ansehnlichen Verkehr vermittelnde Sparcassen, Banken, Volksbanken, besonders aber jede gewinnsüchtige Tendenz ausschließende Selbsthilfsvereine entstanden, lauter wirksame Factoreu zur Ansammlung von Capital, Hilfsmittel des Wohlstandes und der Vermögenbildung, welche den Wucher beschränken und ein vernünftiges Ausmaß des Creditbedürfnisses, bis in die unteren Volksschichten hinab, zu befriedigen vermögen. Ihnen ist es zum großen Theile zu danken, daß die Bevölkerung des Weißenburger Comitats, die sich fast ausschließlich mit Landwirthschaft befaßt, sich selbst unter schwierigen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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