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nichtmagyarischer Zunge durchwegs verbreitet und insbesondere ist es die jüngere
Generation, die, wenn sie auch nicht vollkommen ungarisch schreiben kann, doch zum
mindesten gut ungarisch liest und spricht.
Als Verkehrsstraße des Comitats dient an dessen Ostraude die Donau. Fünf
Dampfschiffstationen und sieben Überfuhren bilden dort die bedeutenderen Verkehrs-
puukte. Das Eisenbahnnetz des Comitats ist noch nicht ausgebaut, doch wird das Gebiet
von mehreren Eisenbahnlinien ersten Ranges durchschnitten; die Bndapest-Pragerhoser
Linie der Südbahn und die Budapest-Fünfkirchener Strecke der Staatseisenbahnen durch-
ziehen von Nord zu Süd beinahe das ganze Comitat, während in nordwestlicher Richtung
die Stuhlweißenburg-Uj-Szöuyer Linie der Südbahn, in westlicher Richtung die Stuhl-
weißeuburg-Grazer und die den Nordrand des Comitats berührende Bndapest-Brucker
Linie der Staatsbahnen, indem sie zugleich die das Comitat quer durchschneidende
Wegrichtung ergänzen, sämmtlich Verbindungen ersten Ranges sichern. Indeß kann dieses
240 Kilometer betragende Eisenbahnnetz nicht alle Bedürfnisse befriedigen, denn der
größte Theil der Comitats entbehrt der Eisenbahnverbindung mit dem Comitatssitz; die
Budapest-Fünfkirchener Eisenbahn und die Budapest-Brucker Linie der Staatsbahnen
sind auf ihrem Wege durch das Comitat weder mit einander, noch mit dem Hauptorte
verbuudeu. Die Abhilfe dieser Übelstände ist jedoch bereits in Angriff genommen.
Weit vollkommener stellt sich das Straßennetz des Comitats dar. Es besteht aus
135 Kilometer Staats- und nahe an 700 Kilometer Comitatsstraßen; dieses größtentheils
ausgebaute und mit Ausnahme von etwa 200 Kilometer auch gut in Stand erhaltene
Straßennetz verknüpft die verschiedensten Punkte des Comitats und die Stadt Stuhl-
weißeuburg in den Richtungen der möglichsten Kürze.
S tuhlweißenburg (Szökes-Fehörvär) liegt fast in der Mitte der von Nord zu
Süd streichenden Längsrichtung des Comitats und im westlichen Drittel der von Ost zu
Süd verlaufenden Comitatsbreite. Es ist in einer fruchtbaren Niederung hingelagert;
gegen Osten umziehen es Hügel von mäßiger Höhe, unter denen das in nächster Nachbar-
schaft der Stadt ansteigende Weingebirge (Szölöhegy) und der etwas entferntere Noi-Berg
Erwähnung verdienen; auf dem letzteren soll nach der Überlieferung Ärpäd, als er auf
feinem Erobernngsznge die Donau überschritten hatte, sein ständiges Lager errichtet haben.
Nach den anderen Richtungen ist die Stadt von Ebenen umgeben, deren höhere Strecken
fruchtbare Ackerfelder bilden, während die tiefer gelegenen sich als Wiesen mit reichem
Graswuchs und als wohlgepflegtes Gartenland darstellen; nur gegen Südosten hin liegt
rohrbewachsenes Sumpfland, der sogenannte Sösto (Salzsee) und dieser ist mit Sand-
boden umgeben. In westlicher und nördlicher Richtung, 10 bis 15 Kilometer von der
Stadt, erheben sich die blauen Höhen waldbedeckter Bergketten, des Bakony und Vertes,
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Band 16
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Ungarn (4)
- Band
- 16
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1896
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.18 x 21.71 cm
- Seiten
- 616
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch