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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 544 -
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544 sie senden erfrischende Luftströme in die, Stadt, was die Schwankungen ihres Klimas angenehm ausgleicht uud den Aufenthalt daselbst ebenso behaglich als gesund macht. Der Sarvizkanal durchzieht, mit dem Gaja-Flüßchen vereinigt, die Stadt und umfängt mit einem schmäleren Arme die ganze innere Stadt, während eine andere Abzweigung die Palota-Stadt durchschneidet; beide entwässern die tiefer gelegenen Stadttheile und führen zugleich die Schmutzwässer ab. An den belebteren Stellen im Stadtinneren sind diese Kanäle eingewölbt. Stuhlweißenburg gehört zu den elegantesten Provinzstädten Ungarns. Seine Vor- städte widerspiegeln zwar die einfache Lebensweise einer ackerbautreibenden Bevölkerung, doch sind auch in ihnen neuerdings schöne Straßen und Plätze entstanden; die innere Stadt steht durchaus auf der Höhe der Gegenwart. Die Straßen sind sämmtlich gepflastert nnd mit Würfel- oder Asphalt-Trottoirs und Alleen versehen; ununterbrochene Häuser- zeilen, Gasbeleuchtung, Reihen von Läden mit reichhaltigen Schaufenstern verleihen der inneren Stadt in jeder Hinsicht einen städtischen Charakter. Zn bedauern ist nur, daß die Stadt beinahe völlig der Denkmale ihrer alten Herrlichkeit entbehrt. Fünfeinhalb Jahrhunderte hindurch haben sich in ihren Manern zahlreiche wichtige Begebenheiten der Geschichte Ungarns abgespielt. So lange Zeit hin- durch war diese Stadt die Zeugin von Lust und Leid einer Nation, aber von all dieser Jahrhunderte hindurch angewachsenen Größe ist kaum ein Stein übrig, um die Nachwelt daran zu erinnern. Das heutige Stuhlweißenburg ist eine ganz neue Stadt, die seit dem Zusammenbruch der Türkenherrschaft auf der alten Stätte erwachsen, im Laufe der Zeit selbst die Trümmer ihrer Vorgängerin nachgerade aufgezehrt hat. Aus geschichtlichen Aufzeichnungen weiß man zwar, was Alles in der Stadt vorhanden war, wie sie unter den Ärpaden und den Königen aus gemischten Häusern ausgesehen, doch ist von den damaligen großen Bauwerken nicht nur nichts erhalten geblieben, sondern von manchen weiß man nicht einmal bestimmt, wo sie gestanden. So bleibt den jetzigen Bewohnern der Stadt nichts übrig, als in Ermangelung sicherer Anhaltspunkte nach den meisten Richtungen hin eine allgemeine Pietät im Herzen zu hegen für das Gedächtniß jener großen Zeiten, deren Geschichte sich an ihre Vater- stadt knüpft. Über die Entstehung und Benennung Stnhlweißenburgs gehen die Ansichten weit auseinander. Wahrscheinlich ist es, wie ja alle bedeutenderen Punkte des Landes jenseits der Donau, schon in römischer Zeit Kolonie gewesen; einige sind der Meinung, es habe an der Stätte des heutigen Stuhlmeißenburg die Römerstadt Herculia gestanden. Vielleicht hat noch Ärpäd seinen Grundstein gelegt, als er den nordwestlichen Theil des Comitats dem Elöd, von dem das Geschlecht der Csak abgeleitet wird, überließ,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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